FeedKaponniere
GeschichteBrockhaus 1882

Kaponniere l(entweder vom ital. capannato, Hütte, oder vom frz. caponner, kriechen) oder Koffer ist ursprünglich ein nach den Seiten gedeckter und zugleich verteidigungsfähig eingerichteter Gang, welcher quer über den Graben eines Festungswerks auf dessen Sohle angelegt ist. Das von der K. ausgehende Feuer ergibt somit eine niedere Seitenbestreichung des Grabens. Aus den offenen K. entstanden späterhin die von oben her eingedeckten. Gegenwärtig ist der Zweck der K. lediglich, eine gegen Vertikalfeuer gesicherte Position zur niedern Grabenflankierung zu gewähren, da, wo der Grundriß der Festung eine seitliche Grabenbestreichung vom offenen Walle her ausschließtj, oder wo dieses Feuer noch der Ergänzung bedarf. Die neuern K. werden in Mauerhohlbau ausgeführt. Die K. bilden eine charakteristische Eigentümlichkeit der neupreuß. Befestigungsmanier. (Vgl. Festungsbau, Bd. VI, S. 7285.) Revers-Kaponnieren liegen in der Contrescarpe vor einem ausspringenden Winkel und bestreichen den Graben der Länge nach von außen her.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 89Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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