FeedKasematten
BaukunstBrockhaus 1882

Kasematten (lentweder vom ital. casa armata, armiertes Gebäude, oder vom span. casa, Haus, und matare, töten, «Mordkeller» (alte deutsche Bezeichnungsweise!, oder vielleicht mit größtem Recht von casa matta, Pseudohaus vom lombard. mattpseudol) nennt man Baulichkeiten in einer Festung, welche entweder selbständig liegen oder in einen Erdwall hineingebaut sind, und bei deren Anlage die vollständigste Sicherung gegen die feindliche Feuerwirkung, namentlich auch gegen das Vertikalfeuer, angestrebt ist. Die Seitenwände der kasemattierten Gebäude sind in Mauerwerk ausgeführt, die Decken in Holz, Eisen, meistenteils aber eingewölbt, dabei noch mit einer Erdaufschüttung versehen, welche die Wirkung der aufschlagenden Sprenggeschosse abschwächt. Die Seitenwände der K., soweit sie dem feindlichen Feuer ausgesetzt sind, können noch mit eisernen Platten gepanzert, ja selbst der ganze Hohlraum in Eisen ausgeführt sein. Die kasemattierten Räume dienen zum Teil dem Zwecke einer gesicherten Verteidigung, wie die Kaponnièren, Reduits, Defensivkasernen u. s. w. 52 diesem Falle haben sie Schießscharten und heißen Defensiv⸗ oder Verteidigungskasematten. Sie bilden dann Pleichgeiig dem feindlichen Feuer entzogene Unterunftsräume. K. können auch lediglich die Bestimmung einer gesicherten Unterbringung von Mannschaften Wohntasematten) oder von Material (Pulver⸗ und Proviantmagazine etc.) haben. Kasemattierte Traversen oder Hohltraversen, Bonnetkasematten, kasemattierte Rückenwehren vereinigen den Zweckgesicherter Unterbringung mit dem der Deckung von Festungslinien und Werken gegen Seiten⸗, beziehungsweise Rückenfeuer. Das zur Bekleidung der Grabenwände dienende Mauerwerk kann ebenfalls kasemattiert und zugleich verteidigungsfähig einge-U»ũ 8 sein (Dechargenkasematten, Contrescarpengalerien). Meist liegen die K. jetzt in der rückwärtigen Böschung des Hauptwalls, oder in der Kehle von Forts, wo eine absolute Deckung derselben gegen das feindliche Kwölbeinnr möglich ist. Je nach der Lage der Gewölbelinien zur Flucht des Gebäudes unterscheidet man Perpendikulär⸗ und Parallelkasematten. Ein größeres kasemattiertes Gebäude wird Kasemattenkorps genannt. ½ auch Festungs bau.) äsemilbe (Acarus siro), eine etwa O,„s roße, etwas längliche Milbe, welche die festen, besondels Schweizer⸗ und Holländer Käse (soll eine andere Art, A. longior sein) bei Millionen zernagt, sodaß schließlich nichts übrigbleibt als ein wimmelndes graubraunes Pulver, bestehend aus den Milben und ihren Exkrementen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 166Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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