FeedKaräer oder Karaiten
ReligionBrockhaus 1882

Karäer oder Karaiten, eine um die Mitte des 8. Jahrh. n. Chr. in Babylonien durch Anan (daher anfangs Ananiten) entstandene jüd. Sekte, mißt, sind unter C aufzusuchen. welche, im Gegensatze zu den Rabbaniten die rabbinischen Überlieferungen und den Talmud verwerfend, zum Buchstaben der Heiligen Schrift zurückkehren wollte, aber an alten Sazungen, wesche sie gleichfalls auf eine Tradition zurückführte, festhielt. Die K. verbreiteten sich, doch nie sehr ansehnlich, vorzugsweise in den Reichen des Islam, in Palästina, Syrien, Agypten, Afrika, Konstantinopel, der Krim und einigen Provinzen Polens, wo sie größere Freiheiten als die andern Juden genossen. Viele Jahre war Kairo der Sitz ihres sich von David herleitenden Vorstehers, Nasi, später Chacham genannt. Von ihrer nicht unbedeutenden, meist eregetischen und polemischen Litteratur in arab. und hebr. Sprache sind in neuerer Zeit zu Goslow Eupatoria) mehrere ihrer Hauptwerke gedruckt worden, wie Eschkol ha-Kofero des Juda Hadassi (1149), Mibcharo des Aaron ben-Joseph (1294), 4Eu Chajimy des Aaron ben-Elia (1396), «Adderetho des Elia Baschiatschi (1497) u. a. Neue Einblicke eröffnete Pinsker in Likkute Kadmonioto (Wien 1860) auf Grund der nicht immer mit Vorsicht benutzten Mitteilungeu des Karäers Firkowitsch. Vgl. Jost, „Geschichte des Judentums und seiner Sekteno (3 Bde., Lpz. 1857 — 59); Fürst, „(Geschichte des Karäertums (Lpz. 1865). ö‚ Kara-Erman, Hafenort bei Babadag (s. d.) in Rumänien. S. unter Beroea.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 96Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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