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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Kimchi, jüd. Familie, die ursprünglich aus Spanien stammte, aber gegen Ende des 12. Jahrh. ihren Wohnsitz in Narbonne hatte; aus derselben stammen drei namhafte Gelehrte. Jo seph K. (um 1160) ist der erste, der in christl. Ländern und unter dem Einflusse abendländ. Sprachen die hebr. Grammatik bearbeitete und neben Bibelkommentarien auch eine polemische Schrift gegen das Christentum verfaßte. — Von seinen Söhnen ist Moses K. Verfasser der hebr. Grammatik «Viae (auch Rudimenta) linguae sanctaen (Pesaro 1508 u. öfter), auch biblischer Kommentarien (zu den Sprüchen, Esra-Nehemia). — Am bekanntesten ist des Moses Bruder, David K., gest. vor 1232. Von diesem hat man Kommentare zu den meisten biblischen Büchern, unter denen die zu den Propheten und den Psalmen am geschätztesten sind. Von seinem großen Werke Michlob behandelt der erste Teil die hebr. Grammatik; der zweite Teil ist das Wörterbuch Schoraschimo (Wurzelbuch, zuletzt herausg. von Lebrecht und Biesenthal, 2 Bde., Berl. 183848). David K.s sprachliche Werke wurden Muster für alle spätern bis in die Mitte des 17. Jahrh.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 272Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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