Karamanien, im Türkischen Karaman, eine ausgedehnte Landschaft des südl. Kleinasien, so benannt nach einem gleichnamigen Turkomanenstamme, der, vordem Herr des Landes, um 1392 durch die osman. Türken unter Sultan Bajasid dem Reiche einverleibt, aber erst 1466, unter Mohammed dem Eroberer, vollkommen unterworfen wurde. K. umfaßt den Hauptteil des heutigen Vilajets Konia, im besondern das danach genannte Hochplateau, im Altertum das Lykaonische, welches, als größtes der Halbinsel, in der Richtung von Südosten nach Nordwesten 300 — 380 kmemißt. Im Süden wird das von den Griechen ehemals Lykaonien genannte Land vom Taurus, im Westen vom Sultan Dagh und dessen Nebenketten, im Osten von Ausläufern des Antitaurus begrenzt und erstreckt sich, im Norden, bis zum Großen Salzsee (türk. Tüs Tschöllü, im Altertum Tatta) und dem obern Laufe des Kisil Irmak (Halys). Die im Durchschnitt 1200 meüber dem Meere gelegene, einförmige, baumlose und steppenartige, teilweise mit einer dünnen Salzkruste überzogene Hochebene bedingt im Sommer ein trockenes und heißes, im Winter dagegen, wo sie sich häufig mit Schnee bedeckt, ein rauhes Klima. Da sie durch die Tauruskette vom Mittelmeere geschieden wird, so haben ihre Gewässer keinen Abfluß nach seewärts; daher viele zum Teil ausgedehnte Seen und Sümpfe. Die Bevölkerung des Plateaus ist sehr dünn, die Ortschaften ärmlich, während im Altertum das Land reich an großen und blühenden Städten war, für deren ehemalige Ausdehnung noch viele Ruinen zeugen. Einigen Aufschwung kann das Land nehmen, wenn die längst projektierte Eisenbahn zur Ausführung kommt, welche, ihre Richtung über Konia nehmend, Konstantinopel mit Bagdad verbinden soll. Einen starken Kontrast zur a biden in Natur wie in Anbau und Bevölkerung bilden die westl. und südl. Gegenden; doch wird auch dort, neben Ackerbau und Obst⸗ wie Seidenzucht, meist Viehzucht getrieben. Die Stadt Karaman, das alte Laranda in Lykaonien, zwischen Taurus und Kara Dagh, am Flusse Gündere-Su, bekannt durch die Eroberung von seiten des Perdikkas 322 v. Chr., durch den Einzug Friedrich Barbarossas 30. Mai 1190, sowie durch den Sieg Mohammeds II. 1466, ist von Getreidefeldern umgeben, hat infolge ihrer zahlreichen Gärten einen bedeutenden Umfang und zählt euden n Häuser, die aber meist im Verfall sich be-Ainden. Karambolage-⸗Billard, s. unter Billard. K«Karambolieren (frz.) im Billardspiel: zwei Bälle mit dem Spielball treffen; dann überhaupt zusammenstoßen; Karambolage, das K., auch soviel wie Karambole; Karambole, eine Art Billardspiel mit drei Bällen, von denen der eine, der Spielball, ebenfalls Karambole heißt; Karamboline (verdeutscht: Karoline), eine Art Billardspiel mit fünf Bällen. nißt, sind unter C aufzusuchen.