Kleinasien (Asia minor der Alten), jetzt Natolien (s. d.), in der kaufmännischen Sprache der Europäer die Levante im engern Sinne, eine große und schöne Halbinsel von 513242 qkm, erstreckt sich von dem Rumpf des Erdteils Asien westwärts vom Euphrat und dem Hochland von Armenien bis an das Ägäische Meer und bis an die Propontis oder das Marmarameer, Konstantinopel gegenüber, und vom Pontus oder dem Schwarzen Meere südwärts bis zu dem östl. Mittelmeer und zu den cilicischen Pässen, der Pforte Syriens. Eine selbständige einheitliche Geschichte hat K. mit Ausnahme der kurzen Herrschaft des lpdischen Königs Krösus (563—549 v. Chr.) nie gehabt. Unter pers., seleucid., röm., byzant. Herrschaft zerfiel die im Innern von verschiedenen semit. und indogerman. Stämmen, an mißt, sind unter C aufzusuchen. der Küste, namentlich auf der Westseite, von Griechen besetzte Halbinsel immer in zahlreiche scharf geschiedene Provinzen. In der byzant. Zeit ganz und gar griechisch geworden, hat sie seit Ende des 13. Jahrh. n. Chr. mit Ausnahme des Westrandes allmählich den türk. Charakter angenommen, den sie jetzt trägt. Vgl. außer den Werken von Leake (. d.), Prokesch (s. d.) und Kiepert (s. d.) besonders Hamilton, Researches in Asia minoro (2 Bde., Lond. 1842); Tchihatcheff, Asie mineurer (3 Bde., Par. 1853—60); van Lennep, «Travels in littleknown parts of Asia minoro (2 Bde., Lond. 1870); Curtius, Beiträge zur Geschichte und Topographie K.sv (Berl. 1872). (s. d.).