Karmel, Vorgebirge Palästinas an der Südseite der Bai von Ptolemais (Acca), besteht aus mehrern fruchtbaren, reichbewaldeten, grottenreichen Bergen und engen Thälern in einem Umfange von 60 Em und geht am Ausflusse des Kison in eine anmutige Ebene aus. Auf seinen Höhen sind Ruinen von Kirchen und Klöstern aus der Zeit des christl. Königreichs Jerusalem und eine Höhle, die der Sage nach der Prophet Elias bewohnte. Seit dem 4. Jahrh. wählten christl. Einsiedler den K. zum Aufenthalt; doch erst um 1156 stifteten Pilger unter Leitung Bertholds aus Calabrien die Vereinigung zum Eremitenleben auf dem K., aus welcher die Karmeliter (s. d.) entstanden. Das Kloster derselben wurde wiederholt, zuletzt 1798 nach dem Abzuge der Franzosen aus Agypten zerstört und erst seit 1825 wiederhergestellt.