Bethlehem (hebr. Beth-lächem, d. i. Brothaus), ursprünglich Ephrat, jetzt Beit-Lahm (d. i. Fleisch-Vönin der Geburtsort des Königs David (daher oft önigsstadt genannt) und Christi, eine Stadt in Palästina, 10 km südlich von Jerusalem, an einem mit Weinpflanzungen und Ölbäumen bedeckten Berge, wohin eine Wasserleitung führt, zählt gegenwärtig 5000 griech., kath. und armen. Bewohner, welche hölzerne Rosentränze und mit Perlmutter eingelegte Kruzifixe für die Pilger verfertigen und sehr guten weißen Wein bauen. Ueber dem Orte, wo angeblich Christus geboren sein soll (eine Grotte), steht ein befestigtes, kastellartiges Kloster mit einer Kirche, die angeblich die Kaiserin Helena, in Wahrheit aber Justinian erbaut hat. Die Kirche ist der Maria zur Krippe (di presepio) gewidmet. Das Innere derselben tragen 48 korinth. Säulen von 6 m Höhe; die Decke besteht aus Holz. Zu der darunter befindlichen Krypta oder der «heiligen Grotten führen 15 Stufen hinab. In einer ausehauenen Nische steht ein Marmoraltar in der ähe des Taufbeckens Jesu; 32 Lampen, verschieden nach Wert und Schönheit, erhellen die Grotte; Gemälde bedecken die Wände. Eine andere Grotte wird als die des heil. Hieronymus gezeigt, in welcher dieser die Vulgata verfaßt haben soll. B. ist verhältnismäßig arm an Wasser; gutes Quellwasser wird durch eine alte Leitung von den 5 km südwestwärts gelegenen Salomonsteichen herbeigeführt. Gleichwohl erscheint die ganze Umgegend als sehr fruchtbar und liefert reichlich Feigen, Trauben, Oliven, Sesam und Getreide.