Kartäuser, ein Mönchsorden, gestiftet vom heil. Bruno (s. d.) von Köln, welcher die verweltlichte Kirche floh und 1086 mit sechs Genossen in der Einöde La Chartreuse (Kartause) in der Nähe von Grenoble sich dem Einsiedlerleben widmete. Erst der fünfte Prior, Guigo, gab dem Orden 1134 seine Regel (Statuta Guigonis oder Consuetudines Cartusiae), worauf 1170 die päpstl. Bestätigung erfolgte. Die K. verpflichteten sich zum strengsten Leben, wohnten in einsamen Zellen, beobachteten strenge Fasten und Schweigen und beschäftigten sich mit Handarbeit, Bücherabschreiben u. dgl. Als die Reichtümer der K. zunahmen, wurden sie dem Gelübde der Armut öfter untreu und verwandten besonders auf den Bau kunstreicher Kirchen, wie der Certosa (s. d.) bei Pavia, große Summen. Gastfreiheit und Wohlthätigkeit werden von den K. geübt; auch haben sie eine höhere Bildung als die Bettelmönche. Jetzt bestehen die K. vorzugsweise in Frankreich. Laienbrüder werden als Diener von sehr untergeordneter Stellung aufgenommen.