Kassala Stadt in Persien, soviel wie Kazerun. Kassäla oder Taka, eine der von Agypten im Sudan annektierten Provinzen (Mudirijeh) im Osten von Chartum, vom Atbara und dem Chorel-Gasch durchflossen, etwa 8100 akm mit 38 900 E. Es ist ein reines Steppenland mit niederm Mimosengebüsch und einem rohrartigen Grase, welches in der Regenzeit sehr hoch emporwächst und dann von den hier hausenden Schukrieh-Arabern abgebrannt wird, um in der nächsten Regenzeit der Anpflanzung von Kaffernhirse Platz zu machen. Der ungesunde Hauptort Kassäla-el-Lush, 10000 C., liegt 385 km östlich von Chartum in 515 m Höhe rechts am Chor-el-Gasch. Kassander, ältester Sohn des berühmten macedonischen Feldherrn Antipater, geb. um 355 v. Chr., erhob 319 in Europa die Waffen, als sein sterbender Vater nicht ihn, sondern den General Polysperchon zum Reichsverweser ernannt hatte. Allmählich in Griechenland und Makedonien zum übergewicht gelangt, sah K., der in diesen Kämpfen ö 316 v. Chr. die alte Königin-Mutter Olympias töten ließ, dagegen Alexanders Halbschwester Thessalonike heiratete, seit 315 sich in der Lage, an der Seite der übrigen Diadochen die Versuche des mächtigen Antigonus in Vorderasien, die Übermacht an sich zu ziehen, kraftvoll zu bekämpfen. Der Friede im J. 311 entschied nichts. Die durch ihn veranlaßte Ermordung von Alexanders Witwe Roxane und ihres Sohnes (311) fand keinen Rächer. Sonst stand K. (seit 306 in derselben Weise König wie die übrigen Diadochen in ihren Ländern) von 307 —302 v. Chr. wiederholt in schwieriger Verteidigung gegen des Antigonus Sohn Demetrius. Als aber jener 301 in der Hauptschlacht bei Ipfus gefallen war, konnte er seinen Staat bis zu seinem Tode (297) in Ruhe regieren. K. hatte im J. 316 das durch Alexander zerstörte Theben wiederhergestellt; außerdem machte er das alte Therma zu der großen Neustadt Thessalonike und gründete auf den Ruinen von Potidäa das neue Kassandria.