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ErdkundeBrockhaus 1882

Katwijk, Gemeinde von 6273 E. in der niederländ. Provinz Südholland, besteht aus zwei Dörfern. Das kleinere, Katwijk am Rhein oder Katwijkbinnen, 7,5 km im NW. von Leiden, hat eine prot. und eine kath. Kirche, ein Rathaus und eine Jesuitenpension; das größere, Katwijk aan Zee loder am Meer) oder Katwijkbuiten, ist ein beträchtliches Fischerdorf und ein immer mehr emporkommender, auch vielfach von Fremden, namentlich Deutschen, besuchter Badeort, mit einem Badehause, einem Feuerturme, Schiffszimmerwerften und einer prot. Kirche. Bei Katwijk aan Zee (oder am Meer) mündet der Rhein durch zwei große und zwei kleinere Schleusen ins Meer. Katzbach, ein Fluß im preuß. Regierungsbezirk Liegnitz, der einen reißend schnellen Lauf hat, durch die ihm zufließenden Gebirgsbäche (namentlich links die Schnelle Deichsel, rechts Wütende Neisse) oft plötzlich bedeutend anschwillt, auf dem Bleiberge bei Ketschdorf entspringt und unterhalb Parchwitz nach 98 km langem Laufe bei 360 m Gefälle links in die Oder mündet, wurde berühmt durch die Schlacht vom 26. Aug. 1813. Mit Ablauf des bis zum 17. Aug. dauernden Waffenstillstandes zwischen Napoleon und den Verbündeten war Blücher mit dem schles. Heere sogleich über die K. vorgerückt und hatte den Feind am 19. und 20. über den Bober zurückgedrängt. Unterdessen war Napoleon mit den Garden von Dresden angekommen, um seinen gefährlichsten Feind, Blücher, zuerst zu schlagen. Er gab sofort Befehl zum Angriff. Gehorsam dem zu Trachenbergentworfenen Operationsplane wich Blücher dem Kampfe gegen die übermacht aus und führte sein Heer bis nach Jauer zurück. Das feindliche Heer war bis Goldberg an der K. gekommen. Da erhielt Napoleon die Nachricht von dem Vorrücken des Hauptheeres der Verbündeten aus Böhmen gegen Dresden, und brach 23. Aug. mit den Garden, dem 6. Korps und dem 1. Kavalleriekorps dahin auf. In Schlesien blieben unter dem Marschall Maedonald das 3., 5. und 11. Armeekorps und das 2. Kavalleriekorps, zusammen gegen 100000 Mann. Das schles. Heer, aus einem preuß. Korps (York) und zwei russischen (Langeron und Sacken) bestehend, war ungefähr 90000 Mann stark. Nachdem sich Blücher 25. Aug. durch seine Kavallerie überzeugt hatte, daß Napoleon nach Sachsen zurückgegangen, befahl er, daß sämtliche Korps 26. Aug. wieder vorrücken und die K. überschreiten sollten. Aber fast gleichzeitig hatte auch Macdonald den Vormarsch angetreten. Das Zusammentreffen beider Heere führte zu der Schlacht an der K. Blücher hatte seinen linken Flügel (Langeron) an der Wüthenden Neisse, den rechten auf der Hochebene bei Malitsch; zwischen beiden sollte Hork einrücken. Dieser war seit 5 Uhr im Marsch; es begann zu regnen; ein Sturm erhob sich; dunkles Gewölk verhinderte die Aussicht in weitere Ferne. Um 10 Uhr hatte Mork seine Stellung eingenommen; um 2 Uhr sollten alle Korps gegen die K. vorrücken. Die franz. Armee hatte aber seit 9 Uhr angefangen, die K. zu überschreiten, das 5. Korps mit der Kavallerie als rechter Flügel, nißt, sind unter C aufzusuchen. das 11. in der Mitte; das 3. Korps setzte sich erst um Mittag in Bewegung. Langeron wurde zuerst angegriffen. Derselbe hatte sich Kenntnis von den Blücher erteilten Direktiven verschafft und setzte voraus, der Rückzug werde fortgesetzt werden. Auch hatte er sein Geschütz schon abfahren lassen und verweigerte geradezu den Gehorsam, als Blücher gegen Mittag, nachdem die preuß. Vorhut zurückgedrängt worden und auch bei Sacken Kanonendonner zu hören war, den allgemeinen Angriff befahl, um den Feind, der sich diesseit des Flusses zu entwickeln anfing, in die K. und Wütende Neisse zu werfen. York und Sacken gingen vor, 100 Geschütze leiteten den Angriff ein. Im Regen versagten viele Gewehre; es wurde meist mit Bajonett und Kolben gekämpft. Die Verbündeten drangen uberall vor, der Feind wich. Ein gefährlicher Moment, als die franz. Reiterei in die Zwischenräume der Brigaden eindrang, wurde durch einen Angriff der verbündeten Kavallerie unter Blüchers persönlicher Führung beseitigt; an 8000 Pferde hatten an diesem großen Reitergefecht teilgenommen. Hierauf Hie York mit der Infanterie zum Angriff vor. ie Franzosen wurden geworfen und in grauenafter Verwirrung die steilen Ränder hinab in die lußthäler und die hochgeschwollenen Fluten gestürzt. Langeron, der, ohne Geschütz, in Bedrängnis eraten war, erhielt nun Hilfe und nahm wenigtens an der Verfolgung kräftig teil, welche fünf Tage fortgesetzt wurde und erst am Queis Halt machte. Am 29. Aug. wurde noch die franz. Division Puthod bei Plagwitz zersprengt; 103 Kanonen, 250 Wagen, 2 Adler, sämtliches Gepäck und 18000 Gefangene waren die Trophäen. Der Verlust der Franzosen an Toten und Verwundeten betrug über 12000 Mann. Durch die Schlacht an der K. war Schlesien vom Feinde befreit. Blücher erhielt 1814 davon den Namen Fürst Blücher von Wahlstatt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 192Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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