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AllerleiBrockhaus 1882

Kaukasische Rasse (Varietas Caucasia) nannte Blumenbach, der Begründer der Anthropologie, die weiße Rasse, zu welcher die Bewohner Europas mit Ausschluß der Samojeden, Lappen, Finnen, Magyaren und Türken, sowie auch die Bewohner des südl. Asien und des nördl. und nordöstl. Afrika gehören. Der Name ist nicht etwa davon hergenommen, daß Blumenbach den Kaukasus für den Ursitz, gleichsam die Wiege dieser Varietät hält, sondern davon, daß er die im Kaukasus vorhandenen Stämme, namentlich die Georgier, als den reinsten und echtesten Typus dieses Menschenschlags betrachtete. Um dieser öfter eingetretenen Verwechselung vorzubeugen, wurde von Fr. Müller, dem Bearbeiter der ethnolog. Abteilung des großen Novara-Werks, im Hinblick darauf, daß die zu dieser Rasse gehörenden Völker am Mittelmeer ihre höchste Entwickelung und weltgeschichtliche Stellung erlangt hatten, an Stelle des obigen Ausdrucks die Bezeichnung Mittelländische Rassey einel Wett welche von den meisten Ethnologen (Peschel, Hellwald u. a.) angenommen wurde und gegenwärtig im Sinne der kaukas. Rasse Blumenbachs im Gebrauch ist. (S. unter Mensch, naturgeschichtlich.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 199Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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