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ErdkundeBrockhaus 1882

Kehl, Stadt im bad. Kreis Offenburg, zwischen Kinzig und Rhein, Straßburg gegenüber, Station der Linie Appenweier-Straßburg der Badischen und Elsaß-Lothringischen Eisenbahnen, zählt (1880) 2067, mit dem daranstoßenden Dorfe K. 4996 E., die bedeutenden Holzhandel und Fabriken von Hüten, Kunstwolle, Cellulose, Goldleisten und Rahmen u. s. w. unterhalten. Der Ort wurde von den Franzosen, welche 1678 den hier befindlichen Brückenkopf der Reichsstadt Straßburg oder die Kehler Schanze erstürmt und abgetragen hatten, gegen Ende des 17. Jahrh. als Festung erbaut, um als Stützpunkt der Eroberungen zu dienen, die ißt, sind unter C aufzusuchen. Ludwig XIV. auf dem rechten Rheinufer beabsichtigte. Im Ryswijker Frieden (1697) kam die Mutted an Baden. Die Festungswerke wurden itte des 18. Jahrh. abgetragen, im Revolutionskriege von den Franzosen wiederhergestellt und 1815 wieder abgetragen. Die Rheinbrücke wurde 1858— 61 erbaut und mißt bei einer Breite von 12 m in ihrer ganzen Länge 309 m (bei 235 m Strombreite). Am 22. Juli 1870 wurde der dem bad. Ufer zunächst gelegene Pfeiler derselben gesprengt, nach dem Frankfurter Frieden äber wiederhergestellt. Die Stadt wurde vom 19. Aug. bis 28. Sept. 1870 von der straßburger Citadelle beschossen, wodurch K. zum größten Teil zerstört wurde; jetzt ist K. wieder ganz aufgebaut. In militärischer Hinsicht ist K. jetzt dem Festungsgouvernement Straßburg unterstellt und seit 1873 wurden drei detachierte Forts dieser Festung (bei Sundheim, Neumühl und Auenheim) auf bad. Gebiete erbaut. K. ist ein beliebter Vergnügungsort der Straßburger.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 212Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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