Keith (Jak.), preuß. Feldmarschall, Bruder des vorigen, geb. 11. Juni 1698 auf dem Schlosse Freteressa in der schott. Grafschaft Kinkardine, schloß 0 der Sache des Prätendenten an, wurde bei Sherifmuir verwundet und floh Nov. 1715, geächtet und seines Vermögens verlustig erklärt, nach Frankreich. Hier studierte er Mathematikund wurde in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Er ging 1719 nach Spanien, hielt sich dann in Holland, Frankreich und Italien auf und erschien 1720 wieder in Madrid. K. begleitete dann den zum Gesandten in Petersburg ernannten Herzog von Leyria 1728 nach Rußland. Hier erhielt er eine Anstellung als Generalmajor, wurde 1734 zum Generallieutenant ernannt, focht in Polen gegen Stanislaus Leszezynski, führte 1735 das russ. Hilfskorps gegen Frankreich und zeichnete sich besonders im Türkenkriege 1736/37 aus. Bei der Erstürmung von Oczakow erstieg er zuerst die Bresche, wurde aber schwer verwundet. Nach seiner Wiederherstellung entschied er im Kriege mit Schweden 3. Sept. 1741 den Sieg bei Wilmanstrand und vertrieb die Schweden von den Alandsinseln. Nach dem Frieden von Abo 7. Aug. 1743 wurde er als außerordentlicher Gesandter nach Stockholm geschickt und bei seiner Zurückkunft zum Feldmarschall ernannt. Im . 17⁴⁷ erbat er seinen Abschied und begab 55 nach Berlin, wo ihn Friedrich II.1747 zum preuß. Feldmarschall und 1749 zum Gouverneur von Berlin ernannte. Beim Beginn des Siebenjährigen Kriegs führte K. das Heer nach Sachsen, wo Friedrich II. den Befehl übernahm, und nahm 1756 an der Schlacht von Lowositz teil. Nach der Schlacht bei Prag 1757 befehligte er die Blockade vor der Kleinseite, als der König gegen Daun marschierte, und vereinigte sich nach der Niederlage von Kolin wieder mit ihm auf dem Rückzuge nach Sachsen. Er begleitete den König später nach Thüringen, wurde mit 6000 Mann der Saale zurückgelassen, als Friedrich durch die Bedrohung Berlins abgerufen wurde, und mußte bis Leipzig weichen, wo er sich aber gegen General Mailly behauptete. Der König kehrte indes bald wieder um, und K. folgte ihm zur Schlacht von Roßbach. Den Marsch des Königs nach Schlesien deckte er durch einen Vorstoß nach Böhmen. Im Feldzuge von 1758 belagerte er vergeblich Olmütz und leitete den musterhaften Rückzug des Belagerungskorps, befehligte im September in Sachsen gegenüber Daun und vereinigte danach sein Heer mit dem des Königs in Schlesien. K. fiel beim überfall zu Hochkirch 14. Okt. 1758. Sein Bruder, Lord Marishal, ließ ihm 1776 in der Dorflirche von Hochkirch ein Denkmal setzen, der König 1786 seine Bildsäule mit denen anderer Helden auf dem mißt, sind unter C aufzusuchen. 22² Keith (George Elphinstone, X Wilhelmsplatze zu Berlin aufstellen. Vgl. Varnhagen von Ense, Leben des Feldmarschalls Jakob 1788); Memoirs of J. M. Keitho (Berl. 1789).