Keplersches Problem nennt man die Aufgabe, die Anomalien eines Planeten, d. h. den Winkel, welchen die Richtungen von der Sonne nach dem Perihel und dem Planeten miteinander bilden, für jeden Moment zu berechnen, wenn die Elemente der Bahn vollständig bekannt sind. Die mathematische Behandlung der Aufgabe führt auf eine sog. transscendente Gleichung, welche einedirekte Lösung nicht zuläßt. Da die Auflösung dieser Gleichung infolge ihrer überaus häufigen Anwendung von der größten Wichtigkeit ist, so hat man schon seit langer Zeit Kunstgriffe ersonnen, um auf möglichst einfachem Näherungswege das gewünschte Resultat zu erhalten. Die Lösung wird sehr erleichtert durch den Umstand, daß die Bahnen der Planeten, auf welche sie hauptsächlich Anwendung findet, sich dem Kreise sehr nähern. Für den Kreis selbst reduziert sich die Aufgabe auf eine der niedern Mathematik.