Verbascum I., Pflanzengattung aus der Familie der Scrophulariaceen. Man kennt gegen 100 Arten, die über Europa, den Orient und das Gebiet des Mittelmeers verbreitet sind. In Deutschland heißen sie Königskerzen oder Wollkräuter. Letztern Namen verdanken sie dem dicken Wollfilz, welcher die Blätter und Stengel wenigstens der meisten Arten bedeckt, während der Name Königskerze darauf beruht, daß die Blüten bei vielen Arten in langen, walzigen, dichten Trauben stehen. Es sind krautartige Pflanzen von hohem Wuchse. Die Grundblätter pflegen dichte Rosetten zu bilden, die Stengel meist am Stengel herabzulaufen. Die Blüten bestehen aus einem fünfspaltigen Kelche und einer radförmigen, ungleichfünflappigen, meist gelb⸗, selten weiß⸗ oder violettgefärbten Blumenkrone. Die Staubfäden sind in der Regel mit gefärbten (violetten, purpurroten, goldgelben) Haaren besetzt (bärtigh). Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich eine zweifächerige, vielsamige Kapsel. Die Königskerzen sind dadurch interessant, daß sie oft Bastarde bilden. Die in Deutschland am häufigsten vorkommende Art ist V. thapsiforme Schrad. mit fast ganzrandigen, nicht sehr filzigen Blättern und ziemlich kleinen gelben Blumen, welche als Plores Verbasci offizinell sind. Ebenfalls häufig kommt die echte Königskerze (V. thapsus L.) vor. Beide Arten wachsen häufig an Wegen, Flußufern, auf Mauern, in Steinbrüchen, an Berglehnen, felsigen Orten u. f. w. Das selten vorkommende, auf Sand-und Kalkboden lin Kiefernheiden, an Ackerrändern) wachsende V. phoeniceum L. mit keilig länglichen, gekerbten, nichtfilzigen dunkelgrünen Blättern und schön violetten Blumen wird nicht selten zur Zierde angebaut. Auch eignen sich die genannten gelbblühenden und verwandten Arten (namentlich auch das eine pyramidale Blütenrispe entwickelnde gleichfalls in Deutschland häufige V. Lychnitis L.) zur Verzierung künstlicher Felspartien in Parkanlagen.