Kern (Heinr.), Indolog und Sprachforscher, geb. auf Java 6. April 1833, erzogen in Holland, widmete sich auf den Universitäten Leiden und Berlin namentlich dem Studium des Sanskrit, war 1858 —62 Lehrer am mastrichter Athenäum, Bn sich dann nach London und von da 1863 nach Benares in Indien als Professor am dortigen Sanskritcolleg, bis er 1865 als Professor des Sanskrit und der vergleichenden Sprachforschung nach Leiden berufen wurde. Seine Arbeiten erstreckten sich zunächst auf das Gebiet des Sanskrit. In dieser Beziehung sind zu nennen: die Beiträge, welche er zum großen Sanskritwörterbuche von Böhtlingk und Roth 1857—75 lieferte; die Ausgabe des astrol. Werkes 4Brihat-Sanhitä von Varahamihira (Kalkutta 1875), von dem 1870 eine engl. übersetzung erschien; die Ausgabe des Aryabhatiya, with the commentary Bhatadipikàs (Leid. 1872); die Abhandlung 4Over de jaartelling der zuidelijke Buddhisten (Amsterd. 1873), Geschiedenis van het Buddhisme in Indiér (2 Bde., Harl. 1881-83; deutsch von H. Jacobi, Lpz. 1882—84) u. s. w. Seine übrigen, sich teils auf orient., teils auf germanist. Studien gründenden Arbeiten sind: (Zur Erklärung der altpers. Keilschriftend (GZeitschrift der Deutschen morgenländ. Gesellschafts, 1869), Kawistudiéno (Haag 1871), die Ausgabe und übersetzung des „Wrtta-saucaya (Leid. 1875), Eene Indische sage in Javaansch gewaad (Amsterd. 1876), „Glossen der Lex Salicad (Haag 1869), (Notes on the Frankish wordso in der Hesselschen Ausgabe der Lex Salicas (Lond. 1880) und die nach Grimms Grundsätzen bearbeitete Niederländ. Schulgrammatiko (7. Aufl., Amsterd. 1884). Auch hat K. das ind. Drama Sakuntalào ins Niederländische (Harl. 1862) und das 1. religiöse Buch «Saddharma-Punqarikas (Oxford 1884) ins Englische übersetzt. ern (Herm.), Pädagog der Herbartschen Schule, geb. 12. Sept. 1823 zu Jüterbogk, studierte nach Absolvierung des Gymnasiums zu Hildburghausen Philologie und Mathematik in Leipzig und Berlin, wurde 1846 Lehrer am Pädagogium zu Halle und war 1848 —61 Professor am Gymnasium zu Coburg, wo er von 1853 ab zugleich die Alexandrinenschule, eine höhere Töchterschule, leitete. Von 1853 is 1856 redigierte er die Pädagogischen Blättero. Im J. 1861 wurde er Direktor der Realschule erster Ordnung zu Mülheim an der Ruhr,‚ 1865 Direktor der Luisenstädtischen Gewerbeschule (aetzigen Oberrealschule) zu Berlin. Seit 1876 ist er Direktor des königl. Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums zu Berlin. Von seinen Schriften sind zu erwähnen die Programmabhandlungen De Leibnitii scientia generali (Halle 1847), «Ein Beitrag zur Rechtfertigung der Herbartschen Metaphysiko (Coburg 1849), «Die philos. Propädeutik in Verbindung mit dem mathem. und physik. Gymnasialunterrichto (Coburg 1861), Die Konzentration des Unterrichts und die Realschuler (Mülheim a. d. R. 1863) und Aat Realschulfragen (Berl. 1869), ferner seine »Naturlehre, methodisch bearbeitet für den elementaren Unterrichte (Halle 1853) und sein «Grundriß der Pädagogik » (Berl. 1873; 3. Aufl. 1881).