Bohlen (Peter von), deutscher Orientalist, geb. 9. März 1796 zu Wüppels in der oldenburg. Herrschaft Jever, kam, sehr jung schon verwaist, 1811 in das Gefolge eines franz. Generals und 1814 nach Hamburg, wurde 1817 in das Gymnasium daselbst aufgenommen, bezog zum Zwecke des Studiums der orient. Litteratur 1821 die Universität zu Halle und 1822 die zu Bonn, habilitierte sich 1825 als Privatdocent in Königsberg und wurde sesor 1826 daf ennn außerord. und 1830 ord. Proessor der morgenländ. Sprachen. Nachdem er einige Zeit im südl. Frankreich gelebt, ließ er sich in nieder, wo er 6. Febr. 1840 starb. Sein Wissen war ausgedehnt, ermangelte aber oft der Gründlichkeit. Er hinterließ eine „Autobiographiev (herausg. von Voigt, Königsb. 1841; 2., mit Briefen vermehrte Aufl. 1843.) Von V.s Schriften verdienen Erwähnung: Das alte Indieno (2 Bde. Königsb. 1830—31); Die Genesis, histor.⸗kritisch erläuterte (Königsb. 1835), ein Werk, das sehr anregend gewirkt hat; die Ausgabe von Bhartriharis Sprü eno (Berl. 1833) nebst deren Übersetzung (Samb. 1835), und die Ausgabe des «Ritusanhärao des Kalidasa (Lpz. 1840).