FeedKiemenatmung
TierreichBrockhaus 1882

Kiemenatmung kommt vorzugsweise den niedern Tierklassen zu, z. B. der Mehrzahl der Weichtiere, der Ringelwürmer, den Krustentieren (Krebsen), vielen Insektenlarven, allen Fischen und einigen Amphibien während des ganzen Lebens, andern, z. B. Kröten und Fröschen, im Larvenzustande. Die mißt, sind unter C aufzusuchen. Gestalt der K. ist sehr verschieden. Kammförmig e sie bei den meisten Fischen, wie Lappen, Büchel, Sträuße gestaltet bei andern Wassertieren. Oft liegen die K. ganz frei auf der Oberfläche des Körpers, oft auch in eigenen Höhlen, wozu indessen das Wasser Zutritt hat. Sie können an den verschiedensten Körperteilen entwickelt sein. Nur bei einigen Fischmolchen und Fischen kommen Lungen und K. zugleich vor. Erstickung tritt bei den durch K. atmenden Tieren entweder dadurch ein, daß außerhalb des Wassers die feinern Kiemenblättchen zusammentrocknen und der Blutlauf unterbrochen, oder dadurch, daß der im Wasser aufgelöste Sauerstoff aufgezehrt ist und nicht erneuert wird. Daher sterben Fische mit stark gespaltener Kiemenöffnung leichter als die mit engen Kiemenöffnungen. Heringe sterben z. B. wenige Minuten, nachdem sie aus dem Meere genommen sind, während Aale stundenlang auf dem Lande aushalten. Am längsten dauern diejenigen Fische außerhalb des Wassers, welche besondere Wasserbehälter zum Feuchthalten der K. besitzen, wie der Kletterfisch (s. d.; ogl. Tafel: Fische III, Fig. 14), der sechs Tage außerhalb des Wassers leben kann.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 264Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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