Kiepert (Heinr.), ausgezeichneter Geograph und Kartograph, geb. 31. Juli 1818 zu Berlin, erhielt seine Ausbildung daselbst auf dem Joachimsthalschen Gymnasium und der Universität. Seinen wissenschaftlichen Ruf begründete K. durch den «Atlas von Hellas und den hellen. Kolonien (24 Blatt, Berl. 1840—46; 3. gänzlich umgearbeitete Aufl. 1871), sowie durch die Karten zu Robinsons und Smiths «Palästinav (3 Bde., Halle 1841). Seitdem wendete er seine Studien besonders Kleinasien zu; er wurde von den 1837—39 dort beschäftigten preuß. Offizieren mit der Redaction ihrer daselbst ausgeführten topogr. Arbeiten betraut und bereiste 1841—42 den nordwestl. Teil Kleinasiens. Das Gesamtergebnis dieser Studien war die treffliche Karte von Kleinasieno (6 Blatt, Berl. 1843—45). Im Herbst 1845 übernahm er die technische Direktion des Geographischen Instituts zu Weimar, kehrte aber Ende 1852 nach Berlin zurück. Nachdem er hier 1853 in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen worden, eröffnete er 1854 Vorlesungen an der Universität und erhielt an derselben 1859 eine außerord., 1874 eine ord. Professur. Unter Kis weitern kartogr. Arbeiten sind vor allem der Neue Handatlas der Erde » (40 Blatt, Berl. 1857—61; neue erweiterte Ausg. 1881 fg.) und der «Atlas Antiquus (10. verbesserte Ausg. 1885) hervorzuheben; außerdem Hunderte einzelner Blätter, sowie größerer zusammengehöriger Reihen von Karten (viele davon als integrierende Teile histor., „archäol., sprachwissenschaftlicher Werke und Zeitschriften), an denen, außer großer Korrektheit der Zeichnung und Begründung auf das Detailstudium der Originalquellen, vorzüglich die Sorgfalt in der sgenauen Wiedergebung fremdartiger Nomenklatur von Sachkennern geschätzt wird. Kis litterarische (UArbeiten beschränken sich auf eine Anzahl der Akademie der Wissenschaften zu Berlin vorgelegter Spezialuntersuchungen, von denen nur ein Teil in rden „Monatsberichten» derselben erschien, mehrere „Artikel und Kritiken in geogr. Zeitschriften, das n„Lehrbuch der alten Geographier (Berl. 1878) und „Leitfaden der alten Geographiev (Berl. 1881). ermißt, sind unter C aufzusuchen. Richard K., der Sohn des vorigen, geb. 13. Sept. 1846 zu Weimar, beteiligte sich nach seiner akademischen Studienzeit an den Arbeiten seines Vaters, gab auch mehrere Kartenblätter, namentlich einen Schul-Handatlas der Länder Europas (mit Höhenschichten), unter eigenem Namen heraus und übernahm seit K. Andrees Tode (1875) die Redaction der geogr.⸗ethnogr. Zeitschrift «Globuso in Braunschweig, sowie seit 1877 die wissenschaftliche Leitung von D. Reimers kartogr. Anstalt in Berlin.