Kieselschiefer ist eine kryptokrystallinische dichte Quarzmasse, welche durch wenig beigemengten Thon, Kohlenstoff und Eisenoxyd verunreinigt ist und daher vorherrschend dunkelgraue und schwarze Farben zeigt; er ist unvollkommen dickschieferig, sehr hart und unschmelzbar. Weiße Quarzadern ziehen sehr oft nach allen Richtungen hindurch, auf den Klüften und Fugen des K. kommen mehrere Mineralien vor, welche wasserhaltige Thonerdephosphate sind, wie Türkis, Wavellit, Variscit. Der Kohlenstoffgehalt tritt manchmal als ofenrußähnlicher schwarzer Staub oder selbst als anthracitische Haut von starkem Glanz auf den Rissen des Gesteins hervor. Größere organische überreste finden sich, mit Ausnahme von Graptolithen, nur sehr selten im K.; dagegen gewahrt man in den Dünnschliffen unter dem Mikroskop manchmal eine reichliche Beteiligung von organischen, übrigens weiter mit Sicherheit nicht bestimmbaren Formen, daneben auch eigentümliche sphärolithartige Gebilde. Der immer sehr deutlich geschichtete K. hat seine Hauptheimat in den paläozoischen Formationen, im Silur, Devon und Culm, wo er in oft mehrere Kilometer langen Zügen und Lagern auftritt, z. B. im Harz, Vogtland, Thüringen, Böhmen, Niederschlesien, Irland, Belgien (wo die K. sogar fast vorwiegend die untere Etage der Steinkohlenformation zusammensetzen), weitverbreitet im südl. Norwegen. Vielfach ist er hier mit eruptiven Lagern von diabasischen Grünsteinen vergesellschaftet. In vielen K. darf man wohl die Produkte einer Verkieselung von ursprünglichen Thonschieferschichten erblicken. Die sehr homogenen und ganz tiefschwarzen, im angeschliffenen Zustande samtähnlich anzufühlenden K. wurden früher zum Probieren des Goldes durch den Strich benutzt und Probierstein, auch Lydit, lydischer Stein, genannt, weil sich nach Theophrast im lydischen Gebirge Tmolus als Geschiebe fanden. Kieselschwämme (8ilicispongiae) heißen diedüchtith Schwämme, deren Skelettelemente hauptsächlich aus Kieselsäure besteht. Zu ihnen gehören die Monactinelliden, Tetractinelliden, Lithistiden und Hexactinelliden (s. die betreffenden Artikel). Die K. sind die zahlreichsten, in allen Meeren und auch im süßen Wasser vorkommenden (s. Süßwasserschwamm) Schwämme.