FeedKieselsinter
NaturlehreBrockhaus 1882

Kieselsinter ist ein kieseliger Absatz heißer Quellen, bald dicht und fest (eigentlicher K.), bald mehr locker und biden als (alsdann Kieseltuff genannt); er bildet als eine durchscheinende bis undurchsichtige, wachsglänzende, muschelig brechende Masse kompakte Schichten, oder stalaktitische kugelige und traubige Gestalten, nicht selten auch Inkrustate von Pflanzenblättern und ⸗Stengeln von schneeweißer oder unreinweißer, gelblichgrauer Farbe. In chemischer Hinsicht gehört der K. zu der wasserhaltigen Kieselsäure (mit 6 — 10 Proz. Wasser), wie er sich auch hinsichtlich des leichten spezisischen Gewichts und des optisch-isotropen Verhaltens unmittelbar an die Opale anschließt. Die bedeutendsten Ablagerungen von K. finden sich um die zahlreichen heißen Quellen von Island, um den Rotomahanasee im Centrum der Nordinsel von Neuseeland, wo gewaltige Terrassen mit stufenartigen Abstürzen aus marmorweißem K. entstanden sind; doch scheinen die neuerdings in dem Thal des Fire-hole-River, in dem Yellowstone National Park in Nordamerika bekannt gewordenen Absätze damit wetteifern zu können. Andere Vorkommnisse knüpfen sich an die heißen Quellen von Sta.⸗Fiora in Toscana, von Mont-d'Or les Bains und St.⸗ Nectaire in der Auvergne, auf den Azoren, in Kamtschatka und andern vulkanischen Regionen. Überall ist der Gehalt des Wassers an kohlensaurem Natron das Auflösungsmittel der aus benachbarten Gesteinen extrahierten Kieselsäure, welche sich beim Erkalten, namentlich aber beim Verdunsten des Wassers niederschlägt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 267Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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