Kippregel, wichtiges Instrument der topogr. Vermessungskunst, dient in Verbindung mit dem Meßtisch (s. d.) als Visierfernrohr, wie als Vertikalwinkelmesser und unter Zuhilfenahme der Distanzlatte als Entfernungsmesser, trägt häufig auch die sonstigen Hilfsinstrumente des Meßtisches; aushilfsweise kann die K. zum Nivellieren benutzt merden. Auf einem langen flachen Messinglineal erhebt sich ein Ständer oder eine Säule, welche dem Fernrohr als Lager dienen, an denselben ist zugleich der einfache oder doppelte Gradbogen befestigt, der die Gradeinteilung zum Messen der Höhenwinkel enthält. Das Fernrohr ist ein astronomisches oder Keplersches und hat im Brennpunkt des Okulars ein Fadenkreuz (s. d.). Behufs genauern Ablesens der Höhenwinkel befindet sich am Fernrohr eine einfache oder eine doppelte Noniuseinrichtung. Bei den meisten K. ist mit dem Fernrohr eine röhrenförmige Libelle verbunden, deren Achse mit der optischen Achse des Fernrohrs parallel laufen soll. Außerdem finden sich Einrichtungen zum Einstellen des Okulars, wie zur freien Drehbewegung des Fernrohrs. Das Lineal, dessen eine lange Kante oder dessen Mittellinie in die Drehebene der Fernrohrachse fällt, trägt gewöhnlich eine kastenförmige Orientierboussole und ein Dosenniveau oder statt des letztern eine, beziehungsweise zwei Röhrenlibellen; auch befindet sich auf demselben ein Transversalmaßstab in dem üblichen Verjüngungsverhältnis (im Deutschen Reiche 1:25000) eingraviert. (Vgl. Distanzmesser.) Die wichtigsten Modelle von K. sind die ältern und neuern Konstruktionen von G. A. Breithaupt (. d.) in Kassel, darunter besonders M/74 und M/75, letztere mit den Verbesserungen von E. Sprenger in Berlin als Normalkippregel des preuß. Generalstabes eingeführt.