Kisfalnudy (Alexander), ungar. Dichter, geb. 27. Sept. 1772 in Sümeg (Komitat Zala), trat 1793 in die Armee ein und wurde 1796 bei der Eroberung Mailands von den Franzosen gefangen und in der Provence interniert. Frei geworden, nahm er noch an dem Feldzuge von 1798 am Rhein und in der Schweiz teil und lebte dann auf seinem Landgute; nur 1809 wirkte er in der ungar. Insurrektion als Major und Adjutant des Palatins. Er starb 28. Okt. 1844. K. ist der erste große Dichter der neuern ungar. Litteraturepoche. Sein erstes zwei Teilen: «Die unglückliche Liebes, Ofen 1801, und «Die glückliche Liebe v, Ofen 1807; deutsch: (Himfys auserlesene Liebesliedero, von Joh. Graf Mailäth, Pest 1829; 2. Aufl. 1833), erregte enthusiastischen Beifall. Reiche und fruchtbare Phantasie, Cusche und Unmittelbarkeit des Gefühls, schöne prache und sangbare Form zeichnen diese unter Petrarcas Einfluß entstandenen Lieder aus. Gleichen Beifall fanden seine epischen Dichtungen Regék a magyar elöidöböl (Sagen aus der ungar. Vorzeito, deutsch: «Tatikav, von G. von Gaäl, Wien 1826; (Sagen aus der ungar. Vorzeitvo, von F. Machik, Pest 1863), von denen die ersten drei Ofen 1807, und später 1822—38 noch zwölf erschienen, meist romantische Liebesgeschichten, anmutige Bilder altungar. Lebens und trefflich erzählt. Dagegen sind seine Dramen ohne Wert. Seine Werke gab Fr. Toldy heraus (6 Bde., Pest 1847; Nachgelassene Werkey, 4 Bde., Pest 1870). Im J. 1860 wurde ihm zu Füred am Plattensee ein Denkmal errichtet.