Kazinezy (spr. Kasinzi, Franz von), ungar. Schriftsteller, geb. 27. Okt. 1759 in Er-Semlyen (Komitat Bihar), studierte in Särospatak die Rechte, wurde 1786 Inspektor der Nationalschulen des Kaschauer Distrikts, welches Amt er 1791 als Akatholik niederlegen mußte. Er wurde 1794 der Teilnahme an der Verschwörung des Abtes Martinovics angeklagt, verhaftet, zum Tode verurteilt, jedoch zu Festungsstrafe von unbestimmter Dauer begnadigt. Im J. 1801 begnadigt, zog er sich auf sein Landgut Spéphalom zurück, wo er 22. Aug. 1831 an der Cholera starb. K. veröffentlichte übersetzungen von Geßners Idylleno (1788), von Goethes und Lessings Dramen, von Ossians (Gedichten v u. s. w., welche gesammelt (9 Bde., Pest 1814—16) erschienen. Ferner gab er die Zeitschriften Magyar Mu⸗- seumv (Ungar. Museum »„ Kaschau 1788) und „Orpheuso (Kaschau 1790) heraus. Seine „Gedichte v erschienen (Pest w1879) gesammelt und gleichzeitig seine Autobiographie Palyäm emlékezete) (Erinnerungen meiner Laufbahno). Sein Hauptverdienst ist die Reform der ungar. Sprache, wiewohl er in seinen Neuerungen zuweilen zu weit ging. Gabriel von K., ungar. Schriftsteller und Publizist, Neffe des vorigen, geb. 18. Juli 1818 zu Berettö (Komitat Zemplin), studierte die Rechte und entwickelte in den oppositionellen Bewegungen der Komitate während der vierziger Jahre und noch mehr im J. 1848 als Redner und Publizist eine einflußreiche Wirksamkeit. Nach dem Freiheitskriege wurde auch er verhaftet, aber begnadigt und beschäftigte sich von nun an ausschließlich mit litterarischen Arbeiten. Er starb 18. April 1864. K. gab ältere ungar. Litteraturwerke heraus und war ein guter übersetzer, besonders Molières (Tartüffeß, «Der Geizige v5, KGeorge Dandin »). Auch übersetzte er Galeottis Werke über König Matthias.