Klaczko (Julian), poln. und franz. Publizist, geb. 6. Nov. 1828 in Wilna, von jüd. Eltern stammend, übersetzte Mickiewicz' Balladen ins Hebräische und gab 1842 eine Sammlung hebr. Poesien heraus. Darauf bezog er die Universität Königsberg und 1845 die zu Heidelberg, wo er an der «Deutschen Zeitung mitarbeitete. Im J. 1849 begab er sich nach Paris, fand eine Anstellung bei der kaiserl. Biblioth el und schrieb zahlreiche, gegen Rußland und Deutschland gerichtete polit. Abhandlungen für die Revue des deux Mondesv, ferner Etudes de diplomatie contemporaine des cabinets de l'Europe en 1863—645 (Par. 1866) und Les préliminaires de Sadoway (Par. 1869). Auch redigierte er die Zeitschrift „Wiadomosci polskie; seine in derselben befindlichen Artikel gab er unter dem Titel Roczniki polskie v (4 Bde., Par. 1865) besonders heraus. Im J. 1869 wurde er von dem Grafen Beust in das österr. Ministerium des Auswärtigen berufen, nahm aber schon 1870 seine Entlassung, ging dann nach Italien und 1875 wieder nach Paris. Aufsehen erregte seine Schrift Les deux chancelierso lunzen sich und Bismarck, 1876), deren Enthülungen sich aber als wenig glaubwürdig zeigten. K.s Causeries florentinesp hat Lauser ins Deutsche übertragen (Wien 1884).