FeedKlanglein
GeschichteBrockhaus 1882

Klanglein, s. unter Lein. Klapka (Georg), Führer im ungar. Revolutionskriege, geb. 7. April 1820 zu Temesvar, war 1847 Oberlieutenant im 12. Grenzregiment und stellte sich, als die Märzbewegung von 1848 eintrat, der neuen ungar. Regierung zur Verfügung, die ihn Ende November zum Generalstabschef bei dem im Banat unter Kiß operierenden Armeekorps ernannte. Der Anfang 1849 für die ungar. Hauptarmee angenommene, von großem Erfolg begleitete Operationsplan war K.s Werk. Nach der Niederlage, die Meßäros 4. Jan. bei Kaschau erlitt, erhielt Oberst K. dessen Kommando, und es gelang ihm nicht nur, den Theißübergang zu behaupten und dadurch Debreczin zu sichern, .—— auch die Honvéds zum ersten mal den Truppen Schlicks gegenüber zum Siege zu führen. An der dreitägigen Schlacht von Käpolna (26. bis 28. Febr.) nahm K. bedeutenden Anteil. Im Aprilfeldzuge führte er das 1. Armeekorps und zeichnete sich namentlich in der Schlacht bei Isaßegh (6. April) aus, wo er das Schicksal des Tages entschied und auf dem Schlachtfelde von Kossuth zum General ernannt wurde, sowie bei Nagysärlö (19. April), das er mit Damjanics erstürmte. In der 26. April dem österr. Belagerungskorps von Komorn gelieferten Schlacht, zu welcher K. den Plan entwarf, führte er den linken Flügel. Sodann übernahm er zu Debreczin provisorisch das Kriegsministerium. Als Görgei nach Eroberung der Festung Ofen das Kriegsportefeuille selbst übernahm, wurde K. zum Kommandanten der Festung Komorn ernannt. In den Waaggefechten vom 16. und 21. Juni wie in den vor Komorn I großen Schlachten vom 2. und 11. Juli war K. nächst Görgei der Held des Tags. Nachdem Görgei mit der Hauptarmee in die Theißgegend abgezogen, blieb K. mit 18 000 Mann in Komorn zurück, vernichtete durch die Gefechte vom 30. Juli bis 5. Aug. einen Teil des Belagerungskorps und warf den Rest hinter die Waag und Neutra zurück. Infolge der Waffenstreckung Görgeis bei Vilägos (13. Aug.) sah er sich zum Rückzug in die Festung genötigt und mußte 27. Sept. kapitulieren. K. verließ sein Vaterland und hielt nißt, sind unter C aufzusuchen. sich bald in Frankreich, bald in der Schweiz und in Italien auf. Bei Ausbruch des Orientkriegs wandte er sich nach Konstantinopel, kehrte aber Ende 1854 in die Schweiz zurück. Im J. 1866 trat er in preuß. Militärdienst mit dem Range eines Generalmajors und organisierte bei Neisse eine ungar. Legion, mit welcher er —5„ vor Abschluß des Friedens von Nikolsburg von Oberschlesien her die Grenze uberschritt, jedoch kein Gefecht mehr lieferte. Später wurde er amnestiert und in den ungar. Reichstag gewählt. Seitdem ist K. vorzugsweise bei der Gründung gewerblicher Unternehmungen (Eisenbahnen, Bergwerke) thätig gewesen. K. veröffentlichte ⸗Memoiren v (Lpz. 1850), „Der Nationalkrieg in Ungarn und Siebenbürgeno (2 Bde., Lpz. 1851) und La guerre d'Orient en 1853 et 18545 (Genf 1855).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 319Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6