FeedHeinrich II.
GeschichteBrockhaus 1882

Heinrich II., Herzog von Bayern seit 955, Sohn des vorigen, der Zänker genannt, wegen seiner vielen Aufstände gegen den Kaiser Otto II., seinen Vetter. Sie waren die Ursache, daß nicht bloß Friaul, Verona und Kärnten von Bayern abgetrennt wurden, sondern auch H., der in seinem mit Hilfe der Böhmen unternommenen Kriege unterlag, 978 zur Absetzung und zur Haft verurteilt ward, aus welcher erst des Kaisers Tod 983 ihn befreite. Sogleich nahm er seine ehrgeizigen Pläne wiederum 1— Konnte er auch nicht die Vormundschaft über den jungen Kaiser Otto III. an sich reißen, so wußte er sich doch Bayerns zu bemächtigen, womit Otto II. einen Sprößling des alten liutpoldingischen Herzogsgeschlechts, Heinrich III., belehnt hatte, und letztern 985 dahin zu bringen, daß er Bayern aufgab und sich mit Kärnten begnügte. Die Reichsregierung bestätigte den Vergleich. H.s Sohn aus seiner Ehe mit Gisela, der Tochter des Königs Konrad von Burgund, ist der spätere Kaiser Heinrich II., der zunächst dem Vater (gest. 28. Aug. 995 in Gandersheim) in Bayern nachfolgte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 59Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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