Kleanthes, einer der eifrigsten Anhänger und Vertreter der stoischen Philosophie, aus Assus in Kleinasien gebürtig, mußte sich anfangs in Athen seinen Unterhalt durch Lohnarbeit verdienen, daher man ihn mit Verdrehung des Namens Phreantles, d. h. Wasserschöpfer, nannte. Dann genoß er fast 20 Jahre lang den Unterricht Zenos, dessen Nachfolger er um 264 v. Chr. wurde. Mit seinem berühmten Schüler Chrysippus geriet er später in einen heftigen Streit; er soll in hohem Alter durch freiwilligen Hunger sich getötet haben. Abweichend von den übrigen Stoikern nahm er die Sonne als herrschendes Weltprinzip an. Von seinen vielen Schriften hat sich nur sein in Hexametern verfaßter (Hymnus an den Zeusv vollständig erhalten, der durch Reichtum und Erhabenheit der Gedanken sich rmißt, sind unter C aufzusuchen. auszeichnet und von Brunck in den Poetae Graeci gnomici o (Straßb. 1778; neue Ausg. von Schäser, Lpz. 1817), Heeren in 4Stobaei eclogarum libri duo (2 Bde., Gött. 1791—1801), Schwabe deich 1819), Petersen (Kiel w1825) und Korais zugleich mit Epiktet (Par. 1826) bearbeitet und von Conz in den „Blumen, Phantasien und Gemälden aus Griechenlando (Lpz. 1793) ins Deutsche übersetzt wurde. Vgl. Mohnike, 4K. der Stoikero (Greifsw. 1814).