FeedKlinkerfues (Ernst Friedr. Wilh.)
HimmelskundeBrockhaus 1882

Klinkerfues (Ernst Friedr. Wilh.), Astronom, geb. 29. März 1827 in Hofgeismar in Hessen, studierte am Polytechnikum in Kassel und erhielt eine Anstellung als Geometer bei der Main-Weser-Bahn. In Marburg lernte er den mit Gauß befreundeten Astronomen Gerling kennen, der ihn veranlaßte, sich dem Studium der Astronomie zu widmen. Im J. 1851 wurde er Assistent, nach Gauß' Tode 1855 Observator der göttinger Sternwarte und 1868 definitiv Direktor derselben, nachdem er 1863 zum außerord. Professor an der Universität in Göttingen ernannt worden war. Er veröffentlichte viele Arbeiten über Planeten und Kometen in den Astron. Nachrichten »‚ entdeckte selbst mehrere Kometen und schrieb eine weitverbreitete «Theoretische Astronomie » (Braunschw. 1872). Später wandte sich sein Interesse mehr dem Gebiete der Ersindungen und der Meteorologie zu. Bekannt ist sein selbstthätiger Gaszünder und sein Bifilarhygrometer, welcher besonders dazu beitrug, seinen Namen populär zu machen. Am 28. Jan. 1884 erschoß er sich auf der Sternwarte in Göttingen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 345Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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