FeedKirchhoff (Gust. Rob.)
NaturlehreBrockhaus 1882

Kirchhoff (Gust. Rob.), einer der namhaftesten deutschen Physiker, geb. 12. März 1824 zu Königsberg in Preußen, widmete sich seit 1842 auf der Universität seiner Vaterstadt mathem. und physik. Studien und habilitierte sich 1847 in Berlin als Privatdocent. K. siedelte 1850 als außerord. Professor nach Breslau über, von wo aus er 1854 einem Rufe als ord. Professor der 1Bar nach Heidelberg folgte. Seit 1875 wirkt er in Berlin als Professor an der Universität und Mitglied der Akademie der Wissenschaften. K.s wissenschaftliche Thätigkeit war Gadoanenen Untersuchungen über Clektricität und Galvanismus, über die Elasticität, die Ausdehnungsfähigkeit und andere physik. Eigenschaften der Körper, über die Spannung der Wasserdämpfe, über Gegenstände der Optik (3. B. der Fraunhoferschen Linien) u. s. w. zugewandt, deren Ergebnisse er in einer Reihe von Abhandlungen in Poggendorffs «Annaleno, teilweise auch in Crelles Journal für Mathematiko niedergelegt hat. Großes Aufsehen erregte er durch das von ihm mit Bunsen aufgestellte Verfahren der Spektralanalyse (s. d.), das er in den berühmten Untersuchungen über das Sonnenspektrum und die Spektren der chem. Elementey (Berl. 1861; 3. Aufl. 1866) dargelegt hat und welches seitdem allgemein zur Untersuchung der materiellen Beschaffenheit der Himmelskörper angewendet wird. (S. Analyse.) K.s Arbeiten zeichnen sich durch mathem. Schärfe und Exaktheit im Experiment aus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 304Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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