FeedKlipperschiffe
VerkehrBrockhaus 1882

Klipperschiffe, Clippers (engl., d. i. Abschneider, Durchschneider), heißt eine in Nordamerika aufgekommene Gattung eigentümlich gebauter, sehr schnell segelnder Kauffahrteischiffe. Die gegenwärtig gebräuchlichen K. zeichnen sich besonders durch scharfe Form und tüchtige Bauart aus. Die K. wurden zuerst in Baltimore gebaut; jetzt konstruiert man sie in allen seefahrenden Ländern. Die Nordamerikaner besitzen die größte Flotte dieser trefflichen Fahrzeuge. Es lag den Vereinigten Staaten namentlich in Bezug auf den Handel mit China sehr viel daran, möglichst rasche endabente zu haben. Reeder und Kaufleute setzten daher Prämien für die am schnellsten zurückkommenden Schiffe aus, und alljährlich wurden Verbesserungen im Schiffbau eingeführt, die zu den jetzigen K. leiteten. Die größte Geschwindigkeit, welche K. bisjetzt erreicht haben, beträgt 17 Seemeilen (= 32 km) in der Stunde. Rußland besitzt eine besondere Klasse von Kriegsschiffen, welche Klipper genannt werden. Es sind dies nach den obigen Prinzipien gebaute und schnell segelnde Korvetten. Das Verhältnis der frühern Segelschiffe von Breite zu Länge war gewöhnlich 1: 4. Bei den Klippern beträgt dasselbe 1:5 und bei den K., die man aus Eisen baut, und welche ohudens einen bedeutend stärkern Längsverband haben können als hölzerne, wird es sogar auf 11: 6 erhöht, weil sich mit langen und schmalen Schiffen eine größere Geschwindigkeit erzielen läßt, als mit kurzen und breiten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 346Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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