Schiff nennt man im allgemeinen jedes auf einem Kiel erbaute Fahrzeug, welches befähigt ist, See zu halten. Im engern Sinne bezeichnet man jedoch mit diesem Namen gewöhnlich nur ein solches Fahrzeug, dessen Masten aus Stengen und Bramstengen zusammengesetzt sind, welche Raagen (s. d.) haben. Die übrigen kleinern Fahrzeuge nennt man kurzweg Fahrzeugev. Es gibt Kriegsschiffe (. Marine) und Kauffahrteischiffe (s. H andelsmarin'). Erstere werden in gepanzerte und ungepanzerte geteilt, und je nachdem sie die Geschütze unter oder nur auf Deck tragen, bezeichnet man sie als Fregatten oder Korvetten, während man die kleinern (leichten Kanonenboote) Fahrzeuge erster und zweiter Klasse nach ihrer Größe nennt. Tafel: Schiffstypen I: Kriegsschiffe, veranschaulicht die hauptsächlichsten Kriegsschiffstypen der deutschen Reichs⸗, sowie einzelne der österr. Marine. Fig. 1 ist ein Breitseitenschiff, bei dem die Geschütze auf fast die ganze Länge des Batteriedecks verteilt sind. Bei Fig.2 sind weniger, aber schwerere Geschütze mittschiffs in einer besonders gepanzerten Kasematte, bei Fig. 3 in zwei drehbaren Panzertürmen (zu je zwei Kanonen) zusammengezogen. Fig. 4 ist der neueste Typus der deutschen Panzerkorvette. (Vgl. Tafel: Korvette und Artikel Panzerschiffe.) Fig. 5 stellt ein Panzerkanonenboot, nur mit einem sehr schweren (30½ em) Geschütz bewaffnet, dar. Fig. 6 und 7 sind ungepanzerte, aber aus Eisen gebaute Kreuzerfregatten (eine Lage Geschütze unter Dech) neuern und ältern Modells; Fig. S ist eine Kreuzerkorvette (eine Lage Geschütze auf Deck); Fig. 9 ein Kreuzer (Kanonenboot 1. Klasse mit nur vier kleinen Geschützen auf Deck). Fig. 10 ist die besonders schnelle kaiserl. Jacht, welche in Kriegszeiten als Aviso (s. d.) verwendet wird. Fig. 11 und 12 stellen österr. Kasemattschiffe mit zwei und einer Lage Geschütze dar. Ein S. mit drei Masten, an deren jedem sich Stengen, Bramstengen und Ragen befinden, heißt ein Vollschiff (J. Tafel: Schiffstypen II: Handelsschiffe, Fig. 1), und ein Mast mit Stengen, Bramstengen und Ragen ein Vollmast. S. mit zwei vollen und einem Mast, an dem sich keine Raaen, sondern nur Gaffelsegel befinden, nennt man Barken (Fig. 2), solche mit zwei vollen Masten Briggs (Fig. 3) und mit einem vollen und einem oder zwei Barkmasten Schoner (Fig. Die Kuff (Fig. 5) ist ein zweimastiges, Kutter (Fig. 6) und Jacht (Fig. 7) sind einmastige S., welche nur Küstenfahrt treiben, und die man gewöhnlich mit dem Namen Fahrzeuger bezeichnet. Nach der Art ihrer Fortbewegung teilt man alle S. auch noch in Segel⸗ und Dampfschiffe (s. d.) ein; letztere zerfallen wieder in Rad⸗ und S chraubendampfer. Früher hatte man lediglich Raddampfer; jetzt wendet man dieselben nur für Flüsse oder kurze Seefahrten an, für längere Reisen jedoch vorzugsweise den Schraubend ampfer (Tafel II, Fig. 8), da die den Wellenbewegungen weniger ausgesetzte Schraube sich besser bewährt. Eine dritte Art der Fortbewegung ist die der hydraulischen Reaktion; jedoch sind bis jetzt nur wenige S. damit versehen. Hierbei besteht der Motor in einem mit großer Schnelligkeit aus dem S. strömenden Wasserstrahl, der durch mächtige Pumpen erzeugt, eine Reaktion gegen das Wasser außerbords ausübt und dadurch das S. vorwärts treibt. (S. unter Damypfschiffahrt, Bd. IV, S. 8264 und Hydromotor, Bd. IX, S. 496“.) In den Kriegsmarinen sind sämtliche für den Kampf bestimmte S. und Fahrzeuge ausschließlich