FeedFlaschenpost
VerkehrBrockhaus 1882

Flaschenpost wird eine Flasche genannt, deren die Seefahrer sich zur Absendung von Nachrichten bei Unglücksfällen, zu wissenschaftlichen Zwecken, 3. B. zur Messung der Stromgeschwindigkeit oder bei sonstigen besondern Anlässen bedienen. Die schriftliche Botschaft wird in einer wasserdicht verschlossenen Flasche dem Meere anvertraut, damit letzteres sie möglichst nach einer bewohnten Küste, einem Hafen u. s. w. hinführe. Nach völkerrechtlichem Brauch werden derartige F. bei der Auffindung an die Ortsobrigkeit abgeliefert und von dieser dem Konsul der betreffenden Nation übergeben, welcher für cheichten zret. der in der F. enthaltenen Nachrichten sorgt. Aus der Dauer der Seebeförderung kann man die Geschwindigkeit der Meeresströmungen annähernd berechnen. Beispielsweise wurde eine von der deutschen Brigg Marco Polo 23. Aug. 1873, 8 Uhr vormittags, auf 48 36˙ nördl. Br. und 6˙ 56“ westl. L. (von Greenwich) über Bord geworfene F. 26. Okt. 1873, 4 Uhr nachmittags, bei Oudeschild auf Texel (Holland) 53 3 nördl. Br., 4 11“ östl. L. (von Greenwich) angeschwemmt; sie hatte demnach 530 Seemeilen, also täglich 8,3 Seemeilen, zurückgelegt. Die Pandora (Kapitän Allen Noung) sand 1876 zwei F. mit wertvollen Berichten der Nares-Hauptpolarexpedition auf Littleton Island im Smithlanal, 78° nördl. Br., 73˙ westl. L. (von Greenwich), bei den Eskimos Pekiutli, also eine Art Briefkastens in den arktischen Regionen, ähnlich wie der Briefkasten (post office genannt) auf Booby-Island (Torresstraße), 10 36“ nördl. Br., 141e östl. L. (von Greenwich), den die engl. Admiralität zum Nutzen der Seefahrer errichtet hat. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 877Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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