FeedKöper im engern Sinn)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Köper im engern Sinn), oder sie liegen, wie beim Atlas (s. d.), in bestimmten Abständen voneinander über die Fläche zerstreut. Der geringste K. ist der dreifädige, dreibindige oder dreiteilige, bei welchem 0 einer Bindung je drei Fäden gehören. Da die schräg laufenden parallelen Streifen, welche durch die zwischen den Bindungen frei liegenden Fäden entstehen, auf der einen Seite durch den Einschlag, auf der andern durch die Kette gebildet werden, sind je nach der Feinheit, Farbe u. s. w. derselben die beiden Seiten des Stoffs im Aussehen verschieden. Je weiter die Bindungslinien auseinander, je mehr Fäden mithin frei liegen, desto lockerer, folglich auch desto weniger haltbar wird das Gewebe, weshalb der eigentliche K. selten mehr als achtfädig, gewöhnlich nur vier⸗ oder fünffädig erzeugt wird. Im atlasartigen Köper schieben sich die Fäden über die Bindungen und verdecken diese, wodurch das Gewebe auf der einen Seite nur Kette, auf der andern nur Einschlag zeigt und auf der erstern, da zu der Kette besseres Garn verwendet wird, vorzüglich glatt und glänzend erscheint. In der Art des K. gewebte Zeuge, bei welchen auf jeder Seite ebenso viel Einschlag-als Kettenfäden sichtbar sind, werden zweiseitiger oder beidrechter Köper, auch Doppelköper genannt. Geköperte Stoffe sind z. B. Croisé, Tibet, Merino, Satin, Halisch Leder, Drell, Barchent, Serge, Zanella, Bombasin; doch werden Köpergewebe aus allen Materialien der Textilindustrie „Hoper⸗ (S. Weberei.) opernick, soviel wie Kopernikus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 517Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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