Klumpfuß (talipes varus), diejenige krankhafte Verunstaltung des Fußes, bei welcher anstatt der naturgemäßen horizontalen Lage des Unterfußes der äußere Rand desselben nach unten, der innere nach oben steht, sodaß die Fußsohle und der Fußrücken nun mehr oder weniger perpendikulär gestellt sind und erstere nach innen, letzterer nach außen gerichtet ist. (S. die beistehende Figur.) Gleichzeitig finden sich oft noch andere Verunstaltungen, unter denen die am gewöhnlichsten, daß die Fußspitze sich auch mehr oder weniger nach innen, die Ferse aber nach außen wendet, der Fuß sich also zugleich um seine perpendikuläre und horizontale Achse gedreht hat. Ist dabei zugleich die Ferse aufwärts, die Fußspitze stark abwärts gerichtet, sodaß beim Auftreten nur der vorderste Teil des Fußes den Boden berührt, so heißt die Deformität Pferdefuß (talipes equinus), bei entgegengesetzter Richtung, wo dann nur mit der Ferse aufgetreten werden kann, Hackenfuß (talipes calcaneus). Der K. kann infolge einer fehlerhaften Lage des Fötus in der Gebärmutter angeboren oder infolge schlechter Haltung des Fußes, Muskel- oder Knochenerkrankung u. dgl. erworben sein. Bei langem Bestande der Krankheit leiden die beteiligten Körperbestandteile (Knochen, Bänder, Muskeln) oft so bedeutend, daß die Heilung sehr erschwert wird. In leichten Fällen legt man einen mit einem festen Schuh versehenen Apparat an, welcher dem Fuße seine natürliche Stellung wiedergibt und ihn darin erhält (Klumpfußmaschinen von Scarpa, Stromeyer u. a.). Hindern Muskelverkürzungen, Verwachsungen u. dgl. die Anwendung der Maschine, so müssen diese Hindernisse vorher durch die subkutane Durchschneidung der widerstrebenden Sehnen (Tenotomie) beseitigt und hierauf der Fuß durch einen Gipsverband in der normalen Stellung erhalten werden.