Verknöchernng (ossiticatio) ist derjenige beim Wachstum der Knochen vor sich gehende physiol. Prozeß, bei welchem sich zunächst Knorpel ansetzt und dieser dann ganz allmahlich wirklichem Knochengewebe Platz macht. Eine V. tritt ferner in dem Gewebe ein, welches nach Knochenbrüchen zunächst die Bruchflächen miteinander verbindet (sog. Callus, s. unter Knochenbrüche). Es kommt indes auch der Fall vor, daß Knochengewebe an Stellen auftritt, wo beim Gesunden kein solches vorhanden ist, und dieser Zustand ist dann ein krankhafter. Am häufigsten ist dies der Fall in der Nachbarschaft von Knochen und in pathol. Neubildungen. (S. Exostose.) Nicht selten geschieht es auch, daß ein Gebilde so hart wird wie Knochen, ohne daß sich Knochengewebe bildet, sondern nur unter Ablagerung von Knochenerde; diesen Zustand nennt man Verkalkung. Derartige Verkalkungen finden sich am häufigsten im Alter in den Kehlkopf: und Rippenknorpeln, in den Herzklappen und Gefäßwandungen, wo sie mehr oder minder schwere Störungen und Beschwerden verursachen.