FeedKnochenbrand
HeilkundeBrockhaus 1882

Knochenbrand (Pekrosis) nennt man dagegen das Absterben eines Knochens oder Knochenteils, welches häufiger kompakte als schwammige Knochen befällt, und wobei der abgestorbene Knochen gewöhnlich nicht die geringste Veränderung seiner Textur und Struktur erfährt. Das abgestorbene Knochenstück oder der Sequester wird oft von dem noch vorhandenen oder von der Beinhaut neu gebildeten Knochen (Knochenlade) eingeschlossen. In der Knochenlade finden sich in der Regel mehrere fensterartige offnungen, sog. Kloaken oder Knochenfisteln, durch welche der im Innern der Lade gebildete Eiter nach außen abfließt. Knochenbrand entsteht am häufigsten durch Aufhören des Blutkreislaufs und damit der Ernährung des Knochengewebes infolge von Verletzungen und Erschütterungen oder auch aus innern Ursachen (Skrofulose, Syphilis u. dgl.). Heilung kann nur erzielt werden durch die Sequestrotomie, d. h. die operative Entfernung des abgestorbenen Stücks. Über die sog. Phosphornekrose der Knochen s. unter Phosphorvergiftung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 373Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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