Kugler (Franz Theod.), ausgezeichneter Kunsthistoriker, geb. 19. Jan. 1808 zu Stettin, studierte seit 1826 in Berlin und Heidelberg Philologie, namentlich aber Kunstgeschichte. Außerdem veranlaßte ihn sein künstlerischer Verkehr zu Versuchen in der Poesie, der bildenden Kunst und der Musik. Es erschienen sein Skizzenbuch» (Berl. 1830), eine Auswahl seiner Gedichte, musikalische Liederkompositionen und Zeichnungen und Denkmäler der bildenden Kunst im Mittelalter in den preuß. Staaten» Heft 1, Berl. 1830). In dem «Skizzenbuchfindet sich das zum Volksliede gewordene Gedicht „(An der Saale hellem Strandev. Auch verfaßte er mit Reinick das Liederbuch für deutsche Künstler“ (Berl. 1833). K. wurde 1833 Professor an der Akademie und Docent an der Universität. Zwei Jahre später schrieb er Klüber die Polychromie der griech. Architektur und Skulptur und ihre Grenzeno (Berl. 1835). Nach einer Reise durch Italien 1835 entstand sein Handbuch der Geschichte der Malerei von Konstantin d. Gr. bis auf die neuere Zeit⸗ (2 Bde., Berl. 1837; 3. Aufl., von Blomberg, 3 Bde., Lpz. 1867). In der Folge erschien die mit F. Ranke gemeinschaftlich verfaßte (Beschreibung und Geschichte der Schloßkirche zu Quedlinburge (Berl. 1838), die „Beschreibung der Kunstschätze von Berlin und Potsdamo (2 Bde., Berl. 1838), sowie die Pommersche Kunstgeschichtes in den Baltischen Studieno (Stett. 1840). Außerdem schrieb er die „(Geschichte Friedrichs d. Gr.», welche, von Adolf Menzel illustriert, zum Jubiläum der Erfindung der Buchdruckerkunst (pz. 1840), desgleichen ohne Illustrationen als Volksbuch (10. Aufl., Lpz. 1879) erschien, ferner die Neuere Geschichte des preuß. Staats und Volks von der Zeit des Großen Kurfürsten bis auf unsere Tagen (1. Tl., 1660—1786, Berl. 1844). Im J. 1840 erschien eine Sammlung seiner „Gedichter (Stuttg. u. Tüb.). Seine reifste und bedeutendste Leistung war indeß das Handbuch der Kunstgeschichtes (Stuttg. 1841—42; 5. Aufl., von Lübke, 2 Bde., 1871—72), worin er es zuerst versuchte, den Entwickelungsgang der Kunst im großen und ganzen zu verfolgen. K. wurde 1842 zum Mitglied des Senats der Akademie der Künste ernannt und 1843 durch den Minister Eichhorn —5 Bearheitung der Kunstangelegenheiten in das Ministerium berufen. In dieser Stellung gab er anonym heraus die Schrift «Uber die Kunst als Gegenstand der Staatsverwaltung, mit besonderm Bezug auf die Verhältnisse des preuß. Staatsv(Berl. 1847). Im J. 1849 wurde K. zum vortragenden Rate im Kultusministerium ernannt. Als solcher bearbeitete er „Grundbestimmungen für die Verwaltung der Kunstangelegenheiten im preuß. Staaten (Berl. 1859). Neben diesen Arbeiten entwickelte K. noch eine lebhafte Thätigkeit in poetischen Produktionen. Zwei seiner Dramen: Jakobäay und (Doge und Dogaressa, gelangten mehrfach zur Aufführung. Die übrigen Dramen aus dieser Periode veröffentlichte nebst Erzählungen in den Belletristischen Schrifteno (8 Bde., Stuttg. 1851-52). Ferner gab er eine Sammlung seiner Kleinen Schriften und Studien zur Kunstgeschichter (3Bde., Stuttg. 1853—54) heraus. K. unternahm auch noch die Abfassung einer 59), fortgesetzt von Burckhardt und Lübke (Bd. 4 u. 5, Stuttg. 1867—73). Er starb 18. März 1858. „Kuh, Weibchen des Rindes, auch anderer Horntiere (Hirschkuh, Rehkuh). RKuh oder Koh (pers.), Berg, z. B. Hindukuh. Kuh (David), österr. Publizist, geb. 11. April „1819 zu Prag, Journalist zuerst in Essek, seit 1851 Prag, wo er in seinem Journal Der Tagesbote aus Böhmens die Interessen der Deutschböhmen rmißt, sind unter C aufzusuchen. vertrat. Er ward 1862 in den böhm. Landtag, 1872 in den Reichsrat gewählt und starb 25. Jan. 1879.