Koch (Karl Heinr. Emil), namhafter Botaniker, geb. 6. Juni 1809 auf dem Kochschen Gute am Ettersbach bei Weimar, besuchte nach Absolvierung des Gymnasiums zu Weimar als Student der Medizin w1829—31 die Universität Jena, 1831 Würzburg und kehrte 1833 nach Jena zurück, wo er sich 1834 als Docent der Botanik habilitierte. Im J. 1836 trat er seine erste orient. Reise an; er durchforschte einen großen Teil des Kaukasus, Mingrelien bis Batum, den Nordrand des armen. und pers. Hochlandes, das Gebirge Ararat, vorzugsweise nach dem Ursprung unserer Obstgehölze. Mit reichen Sammlungen kehrte er 1838 über Petersburg nach Jena zurück, wo er während seiner Abwesenheit zum außerord. Professor ernannt worden war. Die Resultate der Reise wurden in seiner 4Reise durch Rußland nach dem kaukas. Isthmus v (2 Bde., Stuttg. 1842—43) veröffentlicht. Unterstützt durch Friedrich Wilhelm IV. und die Akademie der Wissenschaften in Berlin unternahm K. 1843 eine zweite orient. Reise. Das Pontische Gebirge, die Gegenden von Ardahan und Erzerum, der Berg der Tausend Seen, das östl. Euphratgebiet im Westen des Wansees wurden von K. besucht. Er entdeckte hier wiederum das einst berühmte Kloster, in welchem Johannes der Täufer begraben liegt. Unter dem Titel «Wanderungen durch den Orienty (3 Bde., Weim. 1846—47) erschien die Beschreibung dieser zweiten Reise. Im J. 1847 habilitierte sich K. an der Universität Berlin, woselbst er später zum außerord. Professor ernannt wurde. Hier gab er in vier Blättern eine Karte der von ihm besuchten Gegenden des Orients heraus. Als Adjunkt am botan. Garten zu Berlin, namentlich als Generalsekretär des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den königl. preuß. Staaten fand K. viel Gelegenheit, seine Forschungen über die Obstgehölze zu vervollständigen und auf den Obstbau in Deutschland günstig einzuwirken. Durch ihn wurden die allgemeinen, mit Ausstellungen verbundenen Versammlungen deutscher Pomologen und Obstzüchter, deren erste 1853 zu Naumburg a. d. S. stattfand, in das Leben gerufen. Als Lehrer der Gärtnerschule in Sanssouci erhielt K. die wissenschaftliche Leitung der königl. Baumschulen bei Potsdam. Nach Alexander Brauns Tode (März 1877) führte K. bis zum April 1878 interimistisch das Direktorium im bot. Garten zu Berlin. In den J. 1874—76 hielt er an der berliner Universität dendrologische Vorlesungen, sowie Vorträge über Geschichte und Naturgeschichte der deutschen Obstgehölze. Von 1857 bis 1872 gab K. eine «Wochenschrift für Gärtnerei und Pflanzenkunde heraus. Er starb 25. Mai 1879 zu Berlin. K.s Hauptwerk ist: «Dendrologie v (3 Bde., Erlangen 1869 — 72).