Koch (Jos. Anton), ausgezeichneter Landschaftsmaler, geb. 27. Juli 1768 zu Obergiebeln am Bach im tirol. Lechthale, wurde durch den Weihbischof von Augsburg, Freiherrn von Umgelder, auf das Seminar zu Dillingen, dann zu einem Bildhauer nach Augsburg gebracht und besuchte seit 1785 die Karlsschule zu Stuttgart. Der pedantische Geist der Antalt trieb ihn nach fünfjährigem Aufenthalt zur Flucht. Er kam 1792 nach Straßburg, ging 1793 nach der Schweiz und von da 1795 nach Rom. Hier wurde der Einfluß Carstens'ꝰ maßgebend für seine künstlerische Richtung, welche sich den histor. Landschaftsmalern nach dem Vorbild Nicolas Poussins zuwandte. Wesentlich ist an seinen Bildern das figürliche Element, welches sich meist aus der bloßen Staffage zu selbständiger künstlerischer Bedeutung erhebt. Neben idyllischen wendet K. auch heroische Motive mit Vorliebe an. Er zeichnete zahlreiche Blätter zum Ossian und zu Dante und radierte außer etlichen Kompositionen seines Dante-Cyklus eine Folge von 20 Landschaften, ferner ein großes Blatt, darstellend den Schwur der Franzosen bei Montenesimo u. a. Mißbehagen an der franz. Herrschaft in Rom veranlaßte ihn, 1812 nach Wien zu gehen, wo er bis 1815 blieb. Diese Jahre waren die fruchtbarsten seines Lebens. Von seinen Gemälden sind besonders hervorzuheben: das Opfer Noahs, mehrere Landschaften aus der Schweiz, aus Olevano und Subiaco, Macbeth, der Raub des Hylas und Apollo unter den Hirten; von seinen histor. Bildern: die Fresken aus Dante in der Villa Massimi, die er 1828 vollendete; Francesca da Rimini, Christus im Tempel und Guido von Montefeltro, über seine Kunstansichten gab D. F. Strauß (in Kleine Schrifteno, Lpz. 1862) eine anziehende Charakteristik. K. starb in Rom 12. Jan. 1839.