König (Otto), Bildhauer, geb. zu Meißen 28. Jan. 1838, erhielt seine erste künstlerische Ausbildung in der dortigen königl. Porzellanfabrik, wo er 1852—60thätig war. Hierauf besuchte er bis 1862 die dresdener Akademie und während weiterer vier Jahre das Atelier des Bildhauers Rora Hähnel daselbst und wurde bald darauf Professor an der Kunstgewerbeschule des Gsterreichischen Museums in Wien. Von den zahlreichen lieblichen und fein empfundenen Arbeiten des Künstlers sind zu nennen: der Tafelaufsatz im Auftrage des Kaisers von Esterreich, 1867 modelliert, ein mit dem Architekten Hauser gefertigter Schmuckkasten mit Venus und Amor, Fischbecken, Weihbrunnschalen u. dgl. in reicher Erfindung, sowie kleine Figürchen für Bronzeguß: Amor als Briefträger, Faunin mit dem Kinde u. s. w. Außer mehrern Entwürfen vollendete K. auch größere monumentale Werke: das in edelm Stil gehaltene Grabmal seiner an Einem Tage gestorbenen Gattin und Kinder am evang. Friedhof in Wien und eine zum Andenken an Kaiser Maximilian von Mexiko in Pola aufgestellte, antik gedachte Ruhmesgöttin in Bronze. Später lieferte er mehrere größere dekorative Skulpturen für die Hofmuseumsgebäude in Wien und eine auf der Internationalen Kunstausstellung daselbst prämiierte Marmorfigur der Venus.