Konjektaneen (lat.,«Zusammengeworfeneso), soviel wie Notizenbuch. Konjektur (lat.), d. h. Vermutung oder Mutmaßung, wird vorzüglich von den mutmaßlich richtigen Lesarten gebraucht, die man schon seit früher Zeit in den Schriften der Alten statt der durch die Schreiber der Handschriften oder auf andere Weise verderbten Wörter und entstandenen Lücken herzustellen suchte. Die Wahrscheinlichkeit oder Sicherheit der K. hängt ab vom Scharfsinn des Konjizierenden, von seiner Kenntnis der betreffenden Sprache, namentlich der Epoche, welcher der vorliegende Schriftsteller angehört, und seiner Fähigkeit, in den Geist dieses Schriftstellers einzudringen. Glänzende Beispiele dieser Begabung sind unter vielen andern J. J. Scaliger, in England R. Bentley, in Deutschland G. Hermann, Fr. Ritschl u. a.