Konjunktiv ist die grammatische Bezeichnung eines Modus (s. d.) der indogerman. Sprachen, dessen Grundbegriff der Ausdruck des Willens zu sein scheint (während der Optativ den Wunsch ausdrückt). Von diesem Grundbegriffe aus haben sich in den einzelnen Sprachen so mannigfache Anwendungen ausgebildet, daß eine einheitliche Anschauung und Darstellung des Konjunktivgebrauchs in ihnen kaum noch möglich ist. Dazu kommt, daß die Form, die in der Schulgrammatik als K. bezeichnet wird, öfter entweder gar nicht oder nur zum Teil dem ursprünglichen K. (wie ihn das Sanskrit und Griechische zeigen) entspricht, z. B. sind die lat. Konjunktivformen ein Gemisch von ursprünglichem K. und ursprünglichem Optativ, der sog. deutsche K. ist der alte Optativ, was in den slaw. Sprachen K. genannt wird, ist überhaupt keine Modusform.