FeedKopais
ErdkundeBrockhaus 1882

Kopais, ein See oder genauer eine teils mit Wasser bedeckte, teils versumpfte Niederung, welche den größten Teil der weiten, kesselförmigen Tiefebene des innern Böotien einnimmt und nach der an der Nordostseite gelegenen alten Stadt Kopa (ietzt Topolia, daher See von Topolia) benannt ist. Er nimmt den Kephissos, Melas und Probatia auf und hat gar keinen Abfluß über der Erde, sondern findet nur durch etwa 20 unterirdische natürliche Kanäle, die sich durch das Innere der Berge nach dem Euböischen Meere hinziehen (jetzt Katavothren genannt), einen unzureichenden Abzug. Der Stand des Wassers ist in den verschiedenen Zeiten des Jahres ein sehr ungleicher. Am höchsten steht dasselbe in den Wintermonaten, wo die ganze Niederung von einer zusammenhängenden Wasserfläche bedeckt wird. Von Anfang Mai an sinkt es all⸗ —5 sodaß größere Strecken, je nachdem sie früher oder später trocken werden, zu Getreide⸗, Baumwoll⸗ oder Reisfeldern oder auch zu Weiden benutzt werden können. Mehrere Stellen aber bleiben auch im höchsten Sommer teils mit Wasser, teils mit hohem Schilf bedeckt. Sehr geschätzt waren bei den Alten die Aale des K., die Hauptzierde des athenischen Fischmarkts. Auf das Klima Böotiens übte der See, wie noch jetzt, durch die Ausdünstungen der sumpfigen Stellen einen sehr unünstigen Einfluß aus. Schon Alexander d. Gr. Degann durch Krates aus Chalkis die Trockenlegung der See-Ebene, doch wurde dieselbe bald wieder abgebrochen. Im J. 1876 hat sich eine Aktiengesellschaft zur Trockenlegung des Sees gebildet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 513Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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