Köpenick oder Köpnick, amtlich Cöpenick, sehr alte Stadt im Kreise Teltow im preuß. Regierungsbezirk Potsdam,‚, 12,8 km südöstlich von Berlin, auf einer von der Spree und der Dahme gebildeten Insel, durch zwei Brücken mit dem Feftlande verbunden, Station der Linie Berlin-Breslau der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts, zählt (1880) 8924 meist prot. E. und hat ein königl. Schloß, welches früher als Militärdepöt diente, seit 1852 aber zu dem aus Potsdam hierher verlegten Schullehrerseminar eingerichtet worden ist. K. wird 1157 als Residenz des slaw. Fürsten Jaczo genannt. Durch Heinrich von Meißen ward es 1238 überfallen, aber 1239 von den brandenb. Markgrafen zurückerobert. Im April 1631 hatte bei K. Gustav Adolf eine Zusammenkunft mit dem Kurfürsten Georg Wilhelm. Auf dem Schlosse starb 3. I. 1571 der Kurfürst Joachim II. Die Bevölkerung des Ortes treibt Ackerbau, Handwerk und Handel. Auch befinden sich in und bei K. großartige Fabrikanlagen, namentlich eine chem. Fabrik, zwei Shoddyfabriken, eine große Färberei, eine Linoleumfabrik, eine Glashütte, zwei Schneidemühlen, zwei Dampfmahlmühlen, eine Wachstuchfabrik. Etwa 5 km oberhalb K., wo die Spree sich zum Müggelsee erweitert, erheben sich die 64 mehohen und vielbesuchten Müggelberge.