FeedKopitar (Bartholomäus)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Kopitar (Bartholomäus), bedeutender Slawist und einer der Begründer der modernen slaw. Philologie, geb. 23. Aug. 1780 zu Repnje im Herzogtum Krain, wurde 1799 Hauslehrer bei dem Baron Zois und nachher dessen Sekretär. Nachdem er eine „Grammatik der slaw. Sprache in Krain u. s. w. » (Laib. 1808) geschrieben hatte, ging er 1808 nach Wien, um die Rechte zu studieren. Nach zwei Jahren gab er indes dies Studium auf und wurde bald Beamter an der Hofbibliothek. Als solcher wurde er 1814 nach Paris geschickt, um die 1809 von Wien weggeführten Bücher und Handschriften zu übernehmen, und besuchte bei der Gelegenheit auch England. Im J. 1843 wurde er Hofrat und erster Custos der kaiserl. Bibliothek; doch starb er schon 11. Aug. 1844. Sein Hauptwerk ist die Ausgabe des sog. „Glagolita Clozianuso (Wien 1836 (s. Glagolica]) mit der Einleitung dazu. Zu Silvestres Ausgabe des slaw. Evangeliums von Rheims, des sog. texte du sacre (Par. 1843), schrieb K. Prolegomena historicao. Eine Sammlung seiner kleinern Schriften vermischten Inhalts hat Miklosich (Bd. 1, Wien 1857) begonnen, darin eine 1839 geschriebene Selbstbiographie K.s.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 522Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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