Kopp (Herm.), namhafter Chemiker, geb. 30. Okt. 1817 zu Hanau als Sohn des als Arzt. und mediz. Schriftsteller bekannten Johann Heinrich K., besuchte das dortige Gymnasium und studierte 1836—38 zu Heidelberg und Marburg Naturwissenschaften. Um in Liebigs Laboratorium zu arbeiten, ging K. 1839 nach Gießen; 1841 habilitierte er sich an dieser Universität, welcher er, 1843 zum außerord. und 1853 zum ord. Professor ernannt, bis 1864 angehörte, wo er einer Berufung nach Heidelberg folgte. Von seinen Schriften sind zu nennen: cüber die Modifikation der mittlern Eigenschaft von Mischungen⸗ (Frankf. a. M. 1841), Küber das spezifische Gewicht der chem. Verbindungen⸗ (Frankf. a. M. 1841), sein Hauptwerk, die Geschichte der Chemieß (4 Bde., Braunschw. 1843—47), „Beiträge zur Geschichte der Chemie⸗ (3 Stücke, Braunschw. 1869 — 75), Aurea catena Homerio (Braunschw. 1880), Die Entwickelung der Chemie in der neuern Zeit‘ (Münch. 1873), „Einleitung in die Krystallographies (Braunschw. 1849; 2. Aufl. 1862), Einiges über Witterungsangabeno (Braunschw. 1879). Mit Buff und Zamminer veröffentlichte K. ein Lehrbuch der physik. und theoretischen Chemies (Braunschw. 1857; 2. Aufl. 1863). Mit Liebig gab er 1847—56 und mit Will 1857—62 den „Jahresbericht über die Fortschritte der Chemies heraus; die gemeinsam mit Liebig, Wöhler u. a. herausgegebenen «Annalen der Chemies redigierte er c1851—71.