FeedSchmaler
ReligionBrockhaus 1882

Schmaler (eigentlich Smolet, Johann Ernst), Slawist, geb. 3. März 1816 zu Merzdorf (preuß. Oberlausitz), studierte in Breslau prot. Theologie. dann slaw. Philologie unter Czelakowsky. Hierauf redigierte er seit 1846, anfangs in Leivzig mit J. P. Jordan, später in Bautzen, wo sich S. 1848 niederließ, die «Jahrbücher für slaw. Litteratur (mit Unterbrechungen und veränderten Titeln bis 1868) und übersetzte einige Werke des russ. Gelehrten Hilferding ins Deutsche. Hauptsächlich aber widmete er sich der Wiederbelebung seines heimatlichen, wendischen Volkstums, sammelte und gab mit Leopold Haupt heraus 4(Volkslieder der Wenden in der Ober-und Niederlausitzn (2 Bde., Grimma 1842—43; mit Karte und reichem ethnogr. Material), regte die Gründung des litterarischen Vereins „Macica Serbska an, und übte besonders als Redacteur und Herausgeber der Wochenschrift „(Serbske Nowinyo (seit 1848; gegründet unter dem Titel Tydzenska Nowinav 1842) einen großen Einfluß auf seine Stammesgenossen aus. Daneben betrieb er zeitweilig den Buchhandel und errichtete 1875 eine eigene Buchdruckerei. Nach seinem Tode (13. Juni 1884) ging die letztere und die Redaction der Serbske Nowinyo an seinen Sohn Marko S., geb. 21. Dez. 1857, über. Von S.s Schriften sind noch zu erwähnen: „Kleine Grammatik der serb.⸗wend. Sprache» (3. Aufl., Bautzen 1861) und „Die slaw. Ortsnamen in der Ober-Vgl. Parczewski, „Jan Ernest Smolero (Warsch. 1883) und Boguslawskis Biographie S.s in (Biblioteka Warszawska (Jahrg. 1885, 2. Heft).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 418Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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