Korinthisches Erz (aes Corinthium), eine im Altertum höchst geschätzte und berühmte Kompositionsmasse verschiedener Metalle, über deren Entstehung und Bestandteile die Nachrichten der Alten selbst nicht gleichlauten. Nach einer später verbreiteten sagenhaften Nachricht soll sie bei der Zerstörung Korinths durch Mummius (146 v. Chr.) durch das Zusammenfließen metallener Statuen und Geräte im Brande entstanden sein. In der That war aber diese Legierung schon Jahrhunderte früher vorhanden. Bei Plinius heißt es: «Schmilzt man Gold und Silber zusammen, so entsteht das Elektrum, und setzt man Kupfer hinzu, so entsteht das Korinthische Erz.y Aller Wahrscheinlichkeit nach war also dasselbe eine Bronzelegierung mit Beimischung edler Metalle. Daher ist es auch erklärlich, wenn es heißt, daß die Farbe verschieden sei, bald weißlicher, bald dunkler, je nachdem mehr oder weniger Silber oder Gold den Zusatz bildete. Als Stoff schon hoch geschätzt, wurde es daher auch vorzugsweise zu Statuen und Luxusgeräten, insbesondere für die Tafel und die Gemächer der reichen und vornehmen Römer, verwendet. Arbeiten aus diesem Erz bildeten Gegenstände der Kunstliebhaber und Sammler. Vgl. Bibra, Die Bronze⸗ und Kupferlegierungen der alten Völkere (Erlangen 1869).